Haßfurt gibt Gas

Power to Gas gilt bei Experten als wichtiger Baustein für eine Energieversorgung auf Basis von Erneuerbaren. Im fränkischen Haßfurt wird bereits seit Herbst 2016 Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff umgewandelt und ins Gasnetz eingespeist.

18. September 2018

Jetzt wurde die Kleinstadt von der Agentur für erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune ausgezeichnet.

„Haßfurt ist ein gutes Beispiel dafür, dass viele Innovationen von Kommunen und Stadtwerken in der Praxis angewendet und erprobt werden“, so Nils Boenigk, stellvertretender AEE-Geschäftsführer anlässlich der Auszeichnung.

Laut AEE wird die Power-to-Gas-Anlage, die seit Oktober 2016 auf dem Gelände des Haßfurter Mainhafens steht, von den Städtischen Betrieben und einem Hamburger Ökoenergieanbieter betrieben.

In Zeiten großen Stromangebots aus Erneuerbaren wird mittels Elektrolyse in der Anlage Wasserstoff erzeugt.

Strom zu Wasserstoff

Mit dem erzeugten Wasserstoff können somit Wind- und Sonnenstrom gespeichert werden.

In Haßfurt stammt der hierfür benötigte Strom aus dem nahegelegenen Bürgerwindpark Sailershäuser Wald und Photovoltaikanlagen.

„Wir wollen beweisen, dass die Ziele der Energiewende zu erreichen sind“, erklärt Günther Werner, Bürgermeister von Haßfurt.

Brennstoff für BHKW

Seit Oktober 2016 konnten eine Million Kilowattstunden Wasserstoff erzeugt werden, so die AEE.

Die Abnehmer sind Haushalte und Firmen aus der gesamten Bundesrepublik, die beispielsweise mit dem Produkt ‚Pro Windgas‘ in Blockheizkraftwerken Strom und Wärme erzeugen.

Laut AEE können diejenigen Kunden der Stadtwerk Haßfurt, die über einen kostenlos installierten intelligenten Stromzähler verfügen, mit Hilfe einer App ihren Strom-, Gas- und Wasserverbrauch kontrollieren.

„Dies macht eine effektive Nutzung in kostengünstigen Tarifzeiten möglich“, erklärt Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt.

Die hierfür benötigte App wurde eigens von Schülern des Haßfurter Gymnasiums entwickelt.

In das Haßfurter Stromnetz speisen 13 Windkraftanlagen ein. Im vergangenen Jahr betrug deren Produktion 61 Millionen Kilowattstunden.

Photovoltaikanlagen befinden sich unter anderem auf dem Bauhof, dem Stadtwerk sowie dem städtischen Freizeitzentrum.

Studie untersucht Power-to-gas-Bedarf

Der Einsatz von etwa 930 TWh erneuerbaren Gasen erschließt den Flexibilitätsbedarf eines treibhausgasneutralen Energiesystems bis 2050. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die vorigen Dezember erschien. Der volkswirtschaftliche Vorteil betrage 19 Mrd. Euro, heißt es.

Hier die Studiendetails zum Nachlesen: