NRW: Wie schnell geht der Kohleausstieg?

Die Proteste im Hambacher Forst westlich von Köln gegen den Braunkohletagebau dauern an. Experten weisen schon lange darauf hin, dass Nordrhein-Westfalen in der Energiewende eine Schlüsselposition einnimmt.

29. Oktober 2018
Bild: Rike/pixelio.de
Bild 1: NRW: Wie schnell geht der Kohleausstieg? (Bild: Rike/pixelio.de)

Zuletzt erschien Ende August eine Analyse des DIW Berlin zur Energieerzeugung in NRW. Demnach steht und fällt der bundesweite Kohleausstieg mit Nordrhein-Westfalen.

»Erstens stehen dort noch sehr viele alte und ineffiziente Kohlekraftwerke, und zweitens liegt NRW gerade beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Ländervergleich noch immer sehr weit hinten«, heißt es im DIW Wochenbericht 22/18.

Weil NRW der größte Emittent unter den Bundesländern ist, sind dort laut DIW Berlin die Klimaschutzeffekte bei einem Kohleausstieg auch besonders groß.

Demnach reduzieren sich im Falle eines mittleren Ausstiegspfades die kohlebedingten Emissionen allein durch die Abschaltung von Braunkohlekraftwerken in NRW bis 2030 um circa 40 Prozent gegenüber dem Referenz-Szenario.

Bei einer zusätzlichen Begrenzung der jährlichen Laufzeit aller verbleibenden Kohlekraftwerke sinken die Emissionen um rund 64 Prozent, im Falle eines schnellen Ausstiegs um etwa 69 Prozent.

Fazit des DIW: Die nordrhein-westfälischen Braunkohlekraftwerke sollten bis 2030, die Steinkohlekraftwerke bis 2040 abgeschaltet werden.

»Der Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen kann so gestaltet werden, dass im Tagebau Garzweiler II keine weiteren Ortschaften weichen müssen und auch der Hambacher Forst größtenteils erhalten bleibt«, so Claudia Kemfert vom DIW Berlin.

Hier die Details zum Nachlesen:

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