"Nun steht drauf, was drin ist"

Tessag firmiert seit September unter RWE Solutions AG

Unter einem neuen Namen agiert die RWE-Tochter Tessag, die aus der Laymeyer AG und der Nukem-Gruppe entstanden ist: Als RWE Solutions ergänzt der technische Dienstleister den Multi-Utility-Ansatz der Essener Energiespezialisten.

12. November 2001

Wir haben uns als Tessag viel Mühe gegeben, etwas Sportliches und Marktorientiertes auf die Beine zu stellen“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende der RWE Solutions AG, Dr. Lutz Bücken, die Vergangenheit. Binnen von zwei Jahren hatte die hundertprozentige RWE-Tochter die Aktivitäten der Lahmeyer AG und der Nukem-Gruppe zusammengeführt, das Produkt-Portfolio bereinigt und sich als Spezialist für technische Dienstleistungen im Bereich Energie aufgestellt.

Heute ist die Tessag voll in den RWE-Kornzern integriert. Bücken bringt es auf den Punkt: „Nun steht drauf, was drin ist“ - die bekannte Hand auf blauem Grund ziert die Visitenkarten der Frankfurter RWE Solutions. „Das ist nur konsequent“, sagt Bücken, der von einem Doppelnamen, etwa RWE Tessag, nichts gehalten hätte. „Wir sind heute mehr als ein technischer Dienstleister, wir sind das Lösungshaus der RWE.“

„Wir tragen die Verantwortung für die Energiebereitstellung bei Großkunden in Chemie-, Papier- und Automobilindustrie“, sagt Bücken. Darüber hinaus biete RWE Solutions das komplette Konzern Leistungsspektrum in den RWE Kerngeschäftsfeldern Strom, Gas, Wasser, Entsorgung und Services. Dies sei mit dem Namen Tessag nicht zu machen gewesen. „Die zwei Jahre haben wir gebraucht, um uns neu aufzustellen, uns von energiefremden Bereichen zu trennen und die Kompetenz im Haus zu bündeln.“ Nun kann das Unternehmen jedoch Energie und Services aus einer Hand - eben der Hand der RWE - anbieten. Dazu sind die Großkundenaktivitäten der RWE Plus und der ehemaligen Tessag zusammengeführt worden . Für Kontinuität von Seiten des Stromvertriebs sorgen Dr. Peter Preußer (er ergänzt den Vorstand) und sein Team, die in die RWE Solutions gewechselt sind. Die individuell zu betreuenden Großkunden finden in der RWE Solutions nun einen Komplettanbieter für Energie und Infrastruktur.

Damit kommt der Essener Konzern den Wünschen vieler Kunden entgegen. Laut einer unabhängigen Untersuchung sind heute 70 von 150 befragten Industriebetrieben gewillt, ihre Energieinfrastruktur einem Dienstleister zu überlassen. Dabei wollen sie nicht einen Energielieferanten und einen technischen Dienstleister. „Sie wollen eine Komplettlösung“, sagt Bücken. Insofern gewinnt auch der Multi-Utility-Ansatz der RWE dazu, denn „das Addieren von Versorgungsleistungen alleine stellt für den Kunden keinen großen Mehrwert dar“. Mit dem Know-how der RWE Solutions hingegen habe der Konzern einen deutlichen Zusatznutzen zu bieten.

Die RWE Solutions ist jedoch unabhängig vom jeweiligen Energielieferanten, betont die Chefetage. Ziel ist nicht, zum virtuellen Energieversorger zu werden und über die technischen Services Stromverträge anzubahnen. Das sei auch vor dem Hintergrund der Expansionspläne undenkbar. Schließlich möchte die RWE Solutions ihre internationale Marktpräsenz ausbauen. Dazu sollen neuen Niederlassungen gegründet, vorhandene ausgebaut werden.

Bücken ist überzeugt, dass die ehrgeizigen Ziele nicht zu hoch gesteckt sind. Die RWE Solutions könne schließlich ein Alleinstellungsmerkmal für sich verbuchen: „Im Vergleich zu Wettbewerbern, die nur Strom verkaufen, bringen wir wertvolle Kompetenz aus dem Bereich Betriebs- und Anlagenmanagement ein.“ Andererseits sei das Unternehmen nicht produktgetrieben, lebe also nicht davon, seine eigenen Erzeugnisse im Markt zu platzieren. „Das verleiht uns eine gewisse Unabhängigkeit.“ Der Kunde kann sich also darauf verlassen, dass die RWE Solutions - als finanzstarker Partner - die ganze Wertschöpfungskette vom Energiebezug bis zur Bereitstellung optimiert, heißt es.

Erschienen in Ausgabe: 09/2001