Oberste Priorität für Ausbau der Stromnetze

Im Vorausgang des Energiegipfels von Bund und Ländern am dritten Juni hat die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) zusammen mit dem Consultingunternehmen Consentec an alle Beteiligten appelliert, dem beschleunigten Ausbau der Übertragungsnetze oberste Priorität einzuräumen.

01. Juni 2011

Dafür liefere die dena-Netzstudie II eine maßgebende Planungsgrundlage. Demnach müssten in Deutschland bis 2020, zusätzlich zu den nach der dena-Netzstudie I ausgewiesenen 850 km an neuen Trassen, je nach Technologie Höchstspannungstrassen mit einer Länge von 1.700 bis 3.600 km gebaut werden. Hinzu käme die Optimierung des bestehenden Verbundnetzes.

»Das Netz darf nicht zum Flaschenhals der Energiewende werden«, sagte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Stephan Kohler bei einem Expertentreffen in Berlin. »Der ganze Wind- und Solarstrom nutzt nichts, wenn wir ihn nicht dorthin transportieren können, wo er gebraucht wird oder gespeichert werden kann. Und wenn in verbrauchsstarken Regionen die Atomkraftwerke vom Netz gehen, muss jederzeit ausreichend Strom auch über weite Strecken angeliefert werden können. Die Politik hat es jetzt in der Hand, die Weichen für den Netzausbau zu stellen und die Energiewende durch eine beschleunigte Integration der Erneuerbaren in das Energiesystem voranzutreiben«, so Kohler weiter.