Ökonomen fordern Stärkung des Emissionshandels

In einem offenen Brief fordern 42 deutsche Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler die Bundesregierung auf, dem europäischen Emissionshandel mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

21. März 2013

Für die Klima- und Energiepolitik Europas sei der Emissionshandel von fundamentaler ökonomischer Bedeutung. In seiner jetzigen Ausgestaltung könne er seine Lenkungs? und Steuerungsfunktionen jedoch nicht erfüllen. Aus diesem Grunde bestehe dringender Handlungsbedarf.

Strukturelle Reformen des Emissionshandels sind notwendig, um die langfristige Knappheit von Emissionszertifikaten und damit effizientere Rahmenbedingungen für klimafreundliche Investitionen zu schaffen, so die Wissenschaftler. Dazu bedürfe es eines klaren Zeitplans zur Gestaltung und Umsetzung der Reformen. Darüber hinaus sei die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verschiebung der Versteigerung von 0,9 Mrd. Zertifikaten sinnvoll, um das Vertrauen in den Emissionshandel wieder herzustellen und Zeit für langfristige, strukturelle Reformen zu gewinnen. Nur so könne der Emissionshandel für Unternehmen und die internationale Klimakooperation relevant bleiben.

Der Brief ist aus Diskussionen zwischen dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und dem ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München entstanden. Wissenschaftler aus Forschungsinstituten und Universitäten haben sich den Forderungen angeschlossen.