Offensiv in neue Märkte

MTU Die aus dem Verkauf der Off-Highway-Sparte von DaimlerChrysler an den Finanzinvestor EQT entstandene Tognum-Holding will bis Ende 2007 zusätzliche 50 Mio. € investieren.

14. November 2006

Unter dem Dach Tognum-Holding sind unter anderem die Unternehmen und Marken MTU, Detroit Diesel, MDE Dezentrale Energiesysteme Gas, MTU CFC Solutions, L’Orange, der Geschäftsbereich Gelenkwelle und der Vertrieb der Mercedes-Benz-Industriemotoren gebündelt.

Aufgrund des anhaltend guten Geschäftsverlaufs aller Sparten stellte Tognum-Geschäftsführer Volker Heuer einen neuen Umsatzrekord in Aussicht: „Wir sollten in diesem Jahr einen Umsatz von über 2,4 Mrd. € erreichen.“ Dies entspräche einem Umsatzanstieg um 20 %. Im Jahr 2005 hatte die damalige MTU-Gruppe, die als Sparte ‚Off-Highway’ noch zur DaimlerChrysler AG gehörte, einen Gesamtumsatz von über 2 Mrd. € erzielt.

Speziell im Bereich der Energieerzeugung sieht der Tognum-Chef wichtige, langfristige Wachstumsfelder. „Der Bedarf an dezentraler Erzeugung oder der Absicherung der Energieversorgung durch zuverlässige Notstromaggregate wird weltweit zunehmen.“ Zukünftig wolle man hier verstärkt auf neue Produkte im unteren Leistungsbereich zwischen 250 und 1.000 kW setzen.

Um die Hälfte aufgestockt

Mit den angekündigten Zusatzinvestitionen von 50 Mio. € bis Ende 2007 werden die Friedrichshafener das bisherige Investitionsvolumen von rund 85 Mio. € um mehr als die Hälfte aufstocken. Im Mittelpunkt des von Unternehmensführung und Betriebsrat sowie dem schwedischen Finanzinvestor EQT gemeinsam gefassten Geschäftsplans steht eine erweiterte Produkt- und Marktoffensive der Unternehmen MTU Friedrichshafen, MDE Dezentrale Energiesysteme und des Einspritzsystem- Spezialisten L‘Orange, der an den Standorten Stuttgart und Glatten/ Schwarzwald Aktivitäten unterhält.

„Wir arbeiten konsequent und offensiv daran, uns mit innovativen Produkten und einem erweiterten Portfolio weltweit neue Marktsegmente zu erschließen“, erläutert Heuer den Hintergrund der Zusatzinvestition. Von strategischer Bedeutung sei hier insbesondere der rasche Ausbau der Montage- und Fertigungskapazitäten vor allem am Standort Friedrichshafen. „Unser sehr erfolgreicher Markteintritt mit neuen Varianten der Dieselmotoren-Baureihen 2000 und 4000 etwa für die Erdöl- und Gasförderung sowie Baumaschinen generiert ein deutliches Nachfrageplus, dem wir mit Kapazitätsanpassungen begegnen werden.“

Auch die Motoren-Produktion für die Segmente Bahn, Schiff und Energie laufe seit Monaten an der Auslastungsgrenze. Deshalb wird MTU die Fertigungskapazität der Baureihen 2000 und 4000 beträchtlich erhöhen: Die Jahresproduktion soll von rund 6.000 Einheiten bis Ende 2007 um ein Drittel steigen.

Eine zentrale Rolle in der Produktions-Strategie spielt auch die neue Baureihe 1600. Der Montage-Start soll Mitte 2009 erfolgen. Gerade vorgestellt hat das Unternehmen den C& -Motor der Baureihe 4000 (siehe Bild). Ein Feature: Die wassergekühlte Abgasleitung verhindert, dass sich Öl am Motor selbst entzündet.

Erschienen in Ausgabe: 11/2006