Offshore: »Branche braucht Investitions- und Planungssicherheit«

In den kommenden Jahren wird das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) keine küstenfernen Windpark-Projekte mehr genehmigen. Die Offshore-Windenergie-Branche kritisiert das Aus für Planfeststellungsverfahren von zahlreichen Offshore-Projekten.

22. April 2015

Bis 2020 sollen statt 10 nur noch 6,5 GW Leistung offshore installiert werden; bis 2030 erweitert sich der Zielkorridor auf 15 GW. Die Offshore-Windenergiebranche kritisiert den vom BSH kommunizierten Wegfall der Planrechtfertigung bei zahlreichen Offshore-Windenergieprojekten in küstenfernen Zonen: »Wenn die Bundesregierung die Energiewende will, muss sie ihren nachgeordneten Behörden die Mittel in die Hand geben, die einen stetigen Offshore-Windenergie-Ausbau auch nach 2020 ermöglichen. Die Offshore-Windindustrie braucht Investitions- und Planungssicherheit und keinen weiteren ›Stopp und Go‹-Mechanismus, insbesondere mit Blick auf den langfristigen Beitrag der Offshore-Windenergie zur Energiewende«, sagte Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Offshore-Windenergie. »Die Beschränkung der Genehmigungspraxis auf Projekte der küstennahen Zonen 1 und 2 würde aber genau diesem Mechanismus Vorschub leisten.«

Jürgen Blume, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Offshore-Wind (AGOW) und im Offshore Forum Windenergie (OFW), erklärte weiter: »Die Offshore-Windenergie befindet sich aktuell auf gutem Kurs und wird die anvisierten 6,5 GW installierter Leistung bis 2020 voraussichtlich erreichen. Aufgrund der langen Vorlaufzeiten der Technologie brauchen wir aber eine langfristig stabile Projektpipeline und eine entsprechende Planungssicherheit.«

Auf die volkswirtschaftlich bedeutende Rolle weist Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems hin: »Bereits 2013 wurden durch die Offshore-Windindustrie in Deutschland ca. 1,9 Mrd. € umgesetzt und rund 19.000 Menschen beschäftigt«. Die positive Entwicklung der Branche brauche eine langfristige Perspektive.

Aktuell sind inzwischen Offshore-Windparks mit einer installierten Leistung von rund 2,7 GW vollständig oder zum Teil am Netz. Bis Ende des Jahres erwartet die Branche, dass bis zu 3 GW vollständig in Betrieb und am Netz sein werden.