Offshore-Park Hohe See geht an den Start

Nun kann es losgehen: Die EnBW hat einen Co-Investor für das 500-MW-Projekt gefunden. Das kanadische Energieinfrastruktur-Unternehmen Enbridge übernimmt 49,9 Prozent der Anteile. Die beiden Unternehmen werden das Projekt gemeinsam durchführen. Die Bauphase ist eingeleitet.

21. Februar 2017

Das zwischen den Unternehmen vereinbarte Beteiligungsmodell sieht vor, dass beide Partner die Umsetzung des Offshore-Windparks vom Bau bis zur Inbetriebnahme gemeinsam finanzieren werden, so die EnBW. Der Energieversorger wird alle Aktivitäten während der weiteren Realisierung des Projekts steuern und überwachen.

Enbridge unterstützt mit eigenen Mitarbeitern, die in das EnBW-Projektteam eingebunden werden. Die Betriebsführung und Wartung des fertigen Windparks auf Basis eines Service-und Managementvertrags wird der Versorger übernehmen.

Größtes im Bau befindliche Projekt

Mit erteilter Ausführungsaufforderung an die Lieferanten der Hauptgewerke sei nun die Bauphase des Projekts eingeleitet, teilt das Unternehmen weiter mit. Damit sei der Park das größte deutsche Offshore-Windparkprojekt, das gegenwärtig gebaut wird.

1,8 Milliarden Euro

„Mit Enbridge an unserer Seite realisieren wir unseren bislang größten Offshore-Windpark und schaffen durch diese Beteiligung gleichzeitig finanziellen Spielraum für die Entwicklung neuer Projekte“, so der EnBW Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux.

Mit einem Investitionsvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro habe man eine der größten Investitionsentscheidungen in der Geschichte des Unternehmens getroffen.

Der Aufsichtsrat hatte zum Jahresende 2016 die finale Bau- und Investitionsentscheidung getroffen.

Details zum Park

EnBW Hohe See wird in der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee rund 90 Kilometer nördlich von Borkum und 100 Kilometer nordwestlich von Helgoland auf einem Areal von 42 Quadratkilometern errichtet. Nach der für 2019 geplanten Inbetriebnahme wird der Park mit einer Leistung von 497 Megawatt, verteilt auf 71 Windräder, jährlich rund zwei Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen.

Die Lieferverträge für alle Hauptgewerke des Parks hat der Versorger eigenen Angaben zufolge bereits Anfang 2016 geschlossen. Als erster Vertragsschritt wurde mit dem Parkdesign begonnen, das die Dimensionierung der Fundamentstrukturen, die Auslegung der Innerparkverkabelung sowie die Detailplanung der Umspannstation umfasst.

Nach erfolgter Zertifizierung des Designs hat das Unternehmen mit einer so genannten Notice to Proceed den Startschuss für die Fertigung, Installation und Inbetriebnahme des Offshore-Windparks gegeben. Mit der Lieferung und Installation von 71 Windturbinen des Typs SWT-7.0-154 inklusive der dazu gehörenden Turbinen-Fundamente vom Typ Monopile ist Siemens beauftragt.

Vertragspartner für die Komponente Innerparkverkabelung ist VBMS, für das Offshore-Umspannwerk ein Konsortium aus Engie Fabricom, Iemants und CG Holdings Belgium.

Weiterer gemeinsamer Offshore-Windpark?

Mit der nun geschlossenen Partnerschaft hat Enbridge auch eine Option für die Beteiligung an einem weiteren EnBW Projekt in der Nordsee: dem Offshore-Windpark Albatros. Die vertiefte Prüfung der technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Projekt sind bereits weit fortgeschritten, teilt der Energieversorger mit.

Voraussichtlich noch im Frühjahr 2017 werde der EnBW Aufsichtsrat über den Bau des Offshore-Windparks entscheiden, der gemeinsam mit Hohe See realisiert werden könnte und dadurch Synergien in der Errichtungs- und Betriebsphase biete.

Albatros verfügt derzeit über eine verbindliche Netzanschlusszusage für 116 Megawatt. Somit könnte bis 2019 ein Gesamtprojekt mit einer Leistung von rund 610 Megawatt entstehen.