Offshore: Siemens meistert zweiteHGÜ-Plattform

Siemens hat die BorWin2-Offshore-Plattform nordwestlich der Insel Borkum in der Nordsee installiert. Damit hat Siemens im Auftrag von Tennet den zweiten Meilenstein bei den deutschen Netzanbindungsprojekten erreicht.

29. April 2014

Insgesamt realisiert Siemens fünf Nordsee-Netzanbindungen für Tennet. Die ersten vier sollen sukzessive zwischen dem zweiten Halbjahr 2014 und dem ersten Halbjahr 2015 in den kommerziellen Betrieb gehen und werden in Summe über 2,9 GW an Übertragungsleistung verfügen, teilt Siemens mit. Die Mitte dieses Monats neu beauftragte fünfte Verbindung BorWin3 soll 2019 betriebsbereit sein.

Nach einem Transporttag auf See und zwei Installationstagen vor Ort ist die BorWin2-Plattform nun auf ihrer endgültigen Position nordwestlich der Insel Borkum sicher verankert worden. Die Unterkonstruktion der Plattform hatte Siemens bereits 2013 in der dort 39 m tiefen Nordsee installiert. Zur Befestigung wurden sechs Stahlpfeiler mit je 2,5 m Durchmesser und 8 cm Wandstärke rund 50 m tief im Meeresboden verankert. Mit 83,5 m sind diese Pfeiler nur 10 m kürzer als die New Yorker Freiheitsstatue samt Sockel. Als Schutz vor Jahrhundertwellen befindet sich die Plattform rund 20 m über dem Meeresspiegel, so Siemens. BorWin2 ist auf jahrzehntelangen Betrieb in der rauen Nordsee ausgelegt.

Die mit einem Hubschrauberlandeplatz ausgestattete Plattform wurde von Nordic Yards im Auftrag von Siemens in der Werft in Warnemünde hergestellt. Nordic Yards wurde von Siemens mit der Fertigung von insgesamt drei HGÜ-Plattformen beauftragt. Die BorWin2-Plattform wiegt mit 12.000 t mehr als 20 vollgetankte und beladene Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380. Mit 72 m Länge und 54 m Breite entspricht ihre Grundfläche mehr als der Hälfte eines Fußballfeldes. Auf sieben Decks bei 25 m Gesamthöhe beherbergt sie neben der Technik zur Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ) auch ein Wohnquartier.

Für die nachfolgende Projektphase in der Nordsee sind zeitweise bis zu 100 Mitarbeiter gleichzeitig vor Ort tätig. Sie werden nun für den Transport zugeschweißte Türen wieder öffnen und weitere Transportsicherungen sowie Ballastgewichte entfernen und zunächst die maritimen Gewerke wie Positionsleuchten und Funkanlagen in Betrieb setzen sowie Klimaanlage und Wasseraufbereitung in Gang setzen. Eine selbstfahrende Hubplattform, also eine mobile Versorgungs- und Unterkunftsinsel, wird vor Ort Verpflegung und Quartiere für die Mannschaft bereitstellen.

Die Plattform ist voll automatisiert und kann nach der Inbetriebsetzung von Land aus komplett überwacht und gesteuert werden. Kameras und Sensoren ermöglichen dabei ein vollständiges Bild über den jeweiligen Betriebszustand. Die Mannschaftsquartiere auf der Plattform können dann bei Wartungsarbeiten genutzt werden. Siemens wurde von Tennet für zunächst fünf Jahre mit der Wartung der Netzanbindung beauftragt.