2018

Offshore-Wind: plus 1 Gigawatt

Die Stromproduktion aus Offshore-Wind ist 2018 um rund acht Prozent gestiegen. 136 Anlagen mit einer Leistung von fast 1 GW gingen im Vorjahr ans Netz.

22. Januar 2019
Offshore wind turbines in the Dutch sea, disappearing in the winter haze; in front a fence covered by hoar frost
(Bild: ©Kruwt – stock.adobe.com)

Das geht aus einer Statistik hervor, die Branchenverbände in Berlin vorgestellt haben. Demnach waren 2018 insgesamt 1.305 Anlagen mit 6.382 MW am Netz.

Turbinen mit einer Leistung von zusammen 966 MW sind im Bau. Für weitere 112 MW liegt die finale Investitionsentscheidung vor.

»Der gesetzlich mögliche Zubau bis 2020 von 7,7 Gigawatt wird damit voraussichtlich wie geplant erreicht«, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverband Windenergie (BWE) und weitere Branchenverbände.

Nach Ansicht der Verbände müsse 2019 das Jahr des Fortschritts in der Energiepolitik werden. Die Offshore-Windenergie sei von zentraler Bedeutung für die Erreichung der Klimaschutzziele und sichere Wertschöpfung am Industriestandort Deutschland.

Ausbauziele auf 20 GW anheben

»Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen bremsen die weitere positive Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland aus«, so die Verbände. »Laut Koalitionsvertrag sollen 65 Prozent der deutschen Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen werden, was jedoch mit dem derzeit vorgesehenen Zubau nicht zu realisieren ist.«

Um ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele des Koalitionsvertrages zu leisten, benötigt die Offshore-Branche einen Ausbau auf mindestens 20 GW bis 2030 und mindestens 30 GW bis 2035, heißt es.

„Die energiepolitische Agenda 2019 bietet die Chance, in diesem Jahr Entscheidungen zu treffen und die fehlenden Aussagen zu Offshore-Wind im Energiesammelgesetz zu vervollständigen“, so die Branchenvertreter.

Sonderbeitrag Offshore-Wind im ersten Quartal 2019

Die Verbände kritisierten, dass das im Dezember 2018 verabschiedete Energiesammelgesetz keinen, wie im Koalitionsvertrag ursprünglich vorgesehenen, Sonderbeitrag für die Windenergie auf See enthält.

Verbandsangaben zufolge haben SPD und CDU/CSU das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie beauftragt, einen Szenariorahmen für Offshore-Windparks im Bereich 15 bis 20 GW anzufertigen.

Die konkreten politischen Maßnahmen, die sich daraus ableiten, sind jedoch völlig unklar, heißt es. »Die Chance, noch im ersten Quartal 2019 den im Koalitionsvertrag vorgesehenen Sonderbeitrag durch die Vergabe von mindestens 1.500 MW zur Nutzung der noch freien Konverterkapazitäten auf den Weg zu bringen, sollte jetzt ergriffen werden«, so die Verbände.