Ohne Geoinfos keine Regulierung

NETZNUTZUNG - Schleupen hat mit GISLink-EVU alle notwendigen Funktionalitäten für ein effizientes Regulierungsmanagement in das Branchenpaket Schleupen.CS integriert.

21. Februar 2006

„Nur wer sein Netz genau kennt, kann seine Investitionen wirtschaftlich planen. Gerade vor dem Hintergrund der Anreizregulierung sind deswegen belastbare geografische Informationen unverzichtbar“, sagt Martin Oesterhaus, Bereichsleiter Geobusiness bei der Schleupen AG. Wer heute beim Regulierungsmanagement mit Schätzzahlen arbeite, könnte morgen Probleme bekommen. Denn die Bundesnetzagentur werde künftig genau hinschauen und widersprüchliche Informationen schnell entdecken, ist sich Oesterhaus sicher.

Die Mitteilungspflichten der Netzbetreiber gegenüber der BNetzA sind umfangreich. So müssen sie künftig detaillierte Informationen über die Netzstruktur und die installierte Technik als Basis für die Berechnung der Netznutzungsentgelte bereitstellen. Hierzu zählen: Stromkreislängen für jede Spannungsebene, Anzahl der Ortsnetzstationen, der Entnahmestellen, Übergabepunkte sowie Schaltanlagen und Schalter. Weiterhin wird die Länge der Kabeltrassen getrennt nach Spannungsebene abgefragt.

Mit der IT-Lösung von Schleupen lassen sich diese Aufgaben erfüllen. Auf Knopfdruck können unterschiedlichste Netzstatistiken erstellt werden, etwa über die Materialverteilungen im Netz, über Mengenanalysen oder die durchschnittlichen Hausanschlusslängen, betont das Unternehmen. Gleichzeitig werden diese Informationen über CS.GM, das geobasierte Management Informationssystem, auch für betriebswirtschaftliche Auswertungen zur Verfügung gestellt und im neuen Schleupen DataWarehouse zentral zusammengeführt. Über die Anbindung des Geoinformationssystems (GIS) an die kaufmännischen Systeme und das Auftragsmanagement können differenzierte Kosten- und Erlösnachweise geführt und künftige Investitionen in das Netz vorausschauend geplant werden. Dazu Oesterhaus: „Ein isoliertes GIS-System allein ist noch keine Lösung. Erst durch die Integration mit anderen Systemen, wie etwa der Vertragsabrechnung, erhält man die Informationen, die künftig gebraucht werden.“

Rund 20 % aller Anforderungen können nach einer Analyse von Schleupen nur durch den Einsatz einer integrierten GIS-Lösung zeitnah beantwortet werden. Schleupen hat deswegen für GIS-Anwender fertige Auswertungen erarbeitet und stellt diese mit GIS-Link-EVU zur Verfügung. So lassen sich alle GIS-relevanten Statistiken tagesaktuell und mit hoher Genauigkeit auf Knopfdruck erzeugen, so das Moerser Unternehmen. Man biete schon jetzt Funktionalitäten, wie sie erst zukünftig benötigt würden, sagt Oesterhaus. So fordere die BNetzA etwa zum 31.08.2006 eine Analyse des Netzzustandes. „Hierfür stehen bereits heute Auswertungen wie Altersanalyse und Materialverteilung der Netze bereit. Diese werden durch Störungsstatistiken ergänzt, die in Bezug auf Netzobjekte anlagen- und netzbezogen erstellbar sind“, erläutert der IT-Experte.

Für Transparenz sorge hier auch die Integration von GIS und den Modulen für Instandhaltung und Arbeitsvorbereitung. Auch Schwachstellenanalysen zur Vermeidung schwerwiegender Versorgungsausfälle würden durch diese enge Integration stark erleichtert.

Erschienen in Ausgabe: 01/2006