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WHITELABEL - Industrie und Mittelstand setzen längst auch auf Beschaffung ihrer Energie über das Netz. Eine Möglichkeit für Stadtwerke, das Potenzial zu erschließen, bieten Whitelabel-Produkte.

31. Juli 2018

Was für Privatkunden längst gängige Praxis ist, gilt mehr und mehr auch für Unternehmen: Beim Energieeinkauf kommen zunehmend Online-Tools zum Einsatz. Eine aktuelle Studie zur Energiebeschaffung in Mittelstand und Industrie kommt zu dem Ergebnis, dass Dreiviertel der Einkäufer ihren Beschaffungsprozess heute zumindest in Teilen bereits online durchführen (Quelle: Innofact/Uniper).

Die Tendenz ist steigend: Über die Hälfte der Einkaufsentscheider, die ihre Energie bisher auf herkömmlichem Wege beschaffen, möchten in Zukunft auf Online-Beschaffung umstellen. Damit Stadtwerke und regionale Versorger sich dieses Potenzial erschließen können, kommen derzeit neue Lösungen auf den Markt.

Eine Möglichkeit zur Energiebeschaffung bei Stadtwerken und regionalen Versorgern für Gewerbe- und Industriekunden bietet zum Beispiel Energiepreis-Online – ein Webshop für Strom und Gas. Energieversorger können mittels dieses Tools auf ihrer Website unter ihrem eigenen Namen Strom- und Gastarife für Kunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM) anbieten, die von den Kunden direkt online abgeschlossen werden können.

Für Unternehmenskunden bedeutet das einfachere Beschaffungsprozesse. Denn bisher haben diese laut Studie bis zu sechs Monate auf die Auswahl des passenden Strom- und Gasversorgers verwendet.

Uniper setzt die Software unter dem Namen Uniper Direkt seit einem Jahr selbst ein. Als Whitelabel-Lösung können nun andere Energieversorger von diesem Online-Vertriebskanal profitieren. Vertragspartner und Lieferant für Endkunden bleibt das Stadtwerk beziehungsweise der überregionale Versorger, der die Whitelabel-Lösung unter eigener Marke nutzt und nach seinen Wünschen gestaltet.

Dem Versorger verspricht die Plattformlösung, neben der Möglichkeit zur Neukundengewinnung, vor allem einfachere Prozesse und ein sinkendes Fehlerrisiko. So können Key-Account-Manager oder Handelsvertreter ihren Kunden mittels des Tools vor Ort etwa auf dem Tablet sofort ein Angebot erstellen.

Automatisch Aktualisiert

Einen Link zum individuellen Angebot können sie dann anschließend per Mail an den Kunden versenden. Dabei bleibt das Angebot stets aktuell, denn nach Ablauf der Bindefrist aktualisieren sich die Angebotspreise unter dem Link automatisch.

Für die teilnehmenden Energieversorger bedeutet die Plattform ein hohes Maß an Preissicherheit, denn das Tool erstellt eine Lastprognose und kalkuliert automatisch für jede Lieferstelle eine Fahrplanpreis-Indikation. Die Kundenkonditionen berechnen sich dann auf Basis marktaktueller Großhandelspreise.

Die Aufschläge auf den Marktpreis konfigurieren die Versorger eigenständig über das Tool und definieren dafür individuelle Regeln, zum Beispiel in Abhängigkeit von Branche oder Einzugsgebiet. Zudem lassen sich eigene Verträge, Angebotsbedingungen und Gestaltungselemente wie zum Beispiel Logos einfügen.

Die eingangs erwähnte Studie zeigt auch: Digitale Geschäftsmodelle sind in der Energiewirtschaft heutzutage ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Doch die Entwicklungskosten dafür sind oft hoch. Whitelabel-Lösungen erschließen dieses Potenzial mit deutlich geringeren Investitionen und schaffen so Vorteile für Energieversorger und ihre Kunden.

Gundolf Schweppe, Uniper

Erschienen in Ausgabe: 06/2018