ERNEUERBARE

Onshore-Windmarkt fehlt der Schwung

Rund vier Wochen nach dem Windgipfel im Bundeswirtschaftsministerium wartet die Windbranche weiter auf Schritte der Politik, um den Ausbau der Windenergie an Land in Schwung zu bringen. Beschleunigte Planungsverfahren allein reichen nicht aus, so der Bundesverband Windenergie (BWE).

09. Oktober 2019
Repoweringprojekt Ahlerstedt-Wohnste, Niedresachsen, Landkreis Stade.
Enercon E 40 wird gegen 23 Enercon E 82 getauscht. größtes Repoweringprojet Deutschlands 2o12. Demontage, Abbau. Errichtung der neuen Turbinen parallel.
(BWE/Jens Meier)

Vorige Woche legte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion einen 11-Punkte Plan zur Beschleunigung von Planungsverfahren vor. Allerdings reicht es nicht, nur Infrastrukturprojekte von nationaler Bedeutung in den Blick zu nehmen, so der BWE. „Der 11-Punkte-Plan der Union braucht deshalb einen breiteren Ansatz“, kommentiert BWE-Präsident Hermann Albers.

„Für die Fortführung der Energiewende ist der Ausbau der Windenergie an Land essentiell. Auch industrie- und beschäftigungspolitisch muss der Markt wieder an Dynamik gewinnen. Und nicht zuletzt braucht es mehr Zubau, um die stark wachsende Nachfrage aus Industrie- und Gewerbe nach CO2-freiem Strom zu bedienen. Wer das Klimapaket, das sich klar zur Erreichung von 65%-Erneuerbaren-Anteil bekennt, konsistent umsetzt, muss jetzt Maßnahmen zur Beendigung des Genehmigungsstaus präsentieren“, so Albers weiter.

Minus-Rekord bei Onshore-Zubau

Der Zubau von Windenergieanlagen in Deutschland stagniert weiter auf zu niedrigem Niveau. Im ersten Halbjahr 2019 wurden laut BWE in Deutschland an Land 86 Windenergieanlagen (WEA) errichtet. Dies entspricht einem Brutto-Zubau in Höhe von 287 MW und stellt den geringsten Zubau in einem Halbjahr seit Einführung des EEG im Jahr 2000 dar. Verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres ist der Zubau um 82% gesunken, so der BWE. Das Wettbewerbsniveau in Ausschreibungen für Onshore-Wind ist deutlich gesunken.

Stellenabbau

Medienberichten zufolge hat die deutsche Windkraftbranche im Jahr 2017 insgesamt 26.000 Stellen abgebaut. Jüngst kündigte nach Angaben des BWE-Landesverbandes Brandenburg der Windenergieanlagenhersteller Vestas an, 590 Arbeitsplätze in der Rotorblattproduktion zu streichen. Allein in Lauchhammer (Brandenburg) sollen demnach 500 Stellen wegfallen.

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