Ostdeutsche sind Wassersparmeister

Ostdeutsche Haushalte verbrauchen 30 Prozent weniger Trinkwasser als Westdeutsche.

20. Juni 2007

Jeder Westdeutsche verbraucht pro Tag 132 Liter Trinkwasser, Ostdeutsche dagegen nur 93 Liter. Diesem verblüffenden Unterschied hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung nun herausgefunden. 600 Versorgungsgebiete und damit etwa die Hälfte der deutschen Haushalte wurden dafür auf ihren Wasserkonsum untersucht und mit Angaben wie Einkommen, Wasser- und Abwasserpreis, Haushaltsgröße, aber auch Wetterdaten verknüpft.

Ein erfreuliches Ergebnis: Deutschland liegt beim Trinkwasserverbrauch in Europa am unteren Ende. Die regionalen Unterschiede, insbesondere zwischen Ost- und Westdeutschland, waren nicht immer so: Zur Zeit der Wende war der Wasserverbrauch in Ost und West nahezu gleich. Doch danach sind die Preise in den neuen Bundesländern rapide gestiegen und der Verbrauch in der Folge stark gesunken, während er in den alten Ländern nur langsam zurückging.

Die ISI-Wissenschaftler fanden heraus, dass der Trinkwasserverbrauch pro Kopf und Tag um etwa 2,3 Prozent beziehungsweise 3 Liter abnimmt, wenn die Preise um zehn Prozent steigen. Ein enger Zusammenhang besteht außerdem zwischen Einkommen und Wasserverbrauch: in Regionen mit niedrigerem Einkommen liegt auch der Verbrauch niedriger und zwar im Osten wesentlich deutlicher als im Westen.