Paradigmenwechsel

Das Bundeskabinett hat den Weg freigemacht für Ausschreibungen im KWK-Sektor sowie Kombinationen von Onshore-Windparks und PV-Anlagen.

17. Mai 2017

Beschlossen wurde der Entwurf einer Mantelverordnung zur Einführung von Ausschreibungen für KWK-Anlagen und innovative KWK-Systeme sowie zur Einführung von gemeinsamen Ausschreibungen von Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen

 

Anlagen von 1 bis 50 MW

 

Mittelgroße KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung von 1 MW bis 50 MW werden künftig nur noch gefördert, wenn sie zuvor in einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur einen Zuschlag erhalten haben, heißt es in einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi).

 

Anlagen dieser Größe speisen meist Wärme in städtische Wärmenetze ein, können aber auch größere Gewerbe- oder Industriebetriebe mit Wärme versorgen.

 

Erneuerbare Wärme

 

Außerdem wird laut BMWi erstmals eine Förderung für innovative KWK-Systeme ausgeschrieben. Solche Systeme kombinieren flexible KWK-Anlagen mit erneuerbarer Wärme, beispielsweise aus Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen.

 

Die zusätzliche Förderkategorie soll der KWK Zukunftsperspektiven eröffnen und Investitionen anreizen.

 

Volumen 200 MW jährlich

 

Insgesamt werde bis zum Jahre 2021 jährlich 200 MW pro Jahr ausgeschrieben, wovon anfänglich 150 MW auf herkömmliche KWK-Anlagen und 50 MW auf innovative KWK-Systeme entfallen, so das Ministerium. Der Anteil der innovativen KWK-Systeme steigt langsam an.

 

„Die Ausschreibungen für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stellen die Weichen für die Zukunft“, so Staatssekretär Rainer Baake. „Bei den KWK-Zielen sind wir auf Kurs. Jetzt geht es darum, dass die Anlagen flexibel auf erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung reagieren.“

 

Pilot bei Wind/PV-Kombi 

 

Des Weiteren werden nach BMWi-Angaben gemeinsame Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen eingeführt. Die gemeinsamen Ausschreibungen werden für eine Pilotphase von drei Jahren (2018-2020) eingeführt.

 

Mit dem Pilotvorhaben soll in der Praxis erprobt werden, wie sich eine gemeinsame Ausschreibung von Wind an Land und Solar auswirkt.

 

Das Ausschreibungsvolumen der gemeinsamen Ausschreibungen beträgt insgesamt 400 Megawatt installierte Leistung in jedem der drei Jahre.