Park der grünen Energie

ERZEUGUNG In Altmark in Sachsen-Anhalt nahm die Dalkia Energie Service Ende 2006 zehn Biogasanlagen mit zusammen 5 MW elektrischer Leistung in Betrieb.

01. Februar 2007

Die Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Wernicke, weihte Mitte Januar 2007 den ‚Biogaspark Altmark’ offiziell ein. Nach nur sechsmonatiger Bauzeit sind die zehn Biogasanlagen vom Typ Euco TS des Herstellers Schmack Biogas entstanden. Die mit Biogas betriebenen Gasmotoren liefern pro Jahr rund 38,5 Mio. kWh Strom aus nachwachsenden Rohstoffen. Die standardisierten Anlagen kommen zusammen auf eine installierte elektrische Leistung von 5 MW.

Grundsubstrat für den Betrieb sind pflanzliche Stoffe aus der Landwirtschaft, so genannte nachwachsende Rohstoffe (NawaRo), wie Maissilage, Ganzpflanzensilage, Getreide oder Grassilage. Die Anlagen sind in einem Umkreis von 25 km in der Altmark, im Norden von Sachsen-Anhalt, entstanden und werden von den Landwirten aus der Region Stendal mit Einsatzstoffen beliefert.

Die Zusammenarbeit bei der Substratversorgung und der Bedienung der Anlagen zwischen den beteiligten Landwirten und Dalkia wurde durch langfristige Verträge gesichert. Darüber hinaus sind die Landwirte am wirtschaftlichen Erfolg des Biogasparks beteiligt.

Dalkia, eine Tochter des Umweltdienstleisters Veolia Environnement, ist für die Investition sowie die technische und wirtschaftliche Betriebsführung zuständig. Schmack Biogas als Anlagenhersteller und Servicepartner übernimmt die Inbetriebnahme sowie den technischen Service der Biogasanlagen. Das Konzept des Biogasparks setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen den ansässigen Landwirten, dem Investor und dem Anlagenhersteller voraus.

Der Biogaspark vermeide über die Laufzeit der Verträge den Ausstoß von 40 Mio. t CO2, erläutert Titos Anastassacos, Chief Executive Officer (CEO) von Dalkia. Der Einstieg seines Unternehmens unterstreiche die zunehmende Bedeutung von Biogas im Energiemix. „In Kooperation mit zehn Landwirtschaftsbetrieben wollen wir die Versorgung mit Strom und Wärme durch Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen ergänzen und erweitern.“

Die Region Altmark und Sachsen-Anhalt insgesamt habe weitaus mehr unausgeschöpftes Potenzial für Energiegewinnung aus Biomasse und Biogas, sagte Anastassacos bei der Eröffnung. „Wir laden deshalb die Landwirte in der Region ein mit uns zusammenzuarbeiten.“

Über die nächsten Jahre werde Dalkia verstärkt in verbesserte Technologien und in neue Methoden und Prozesse investieren, um „die gesamte Biogaswertschöpfungskette noch wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten“, kündigte der Dalkia-Chef an. „Durch die Einbringung von Lerneffekten aus diesem und anderen Projekten werden wir unsere Geschäfts- und Betreibermodelle verbessern und optimieren“, so Anastassacos weiter. Der erzeugte Strom des Biogasparks Altmark wird gemäß des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) in das Stromnetz eingespeist und entsprechend vergütet. Nicht nur für sein Unternehmen sieht Anastassacos in der Technolgie eine große Zukunft: „Die Vielseitigkeit von Biogas als Lieferant von Strom, Wärme und Kraftstoff veranlasst nun auch die großen Energieunternehmen, in diesen Sektor zu investieren und selbst Biogasanlagen zu errichten.“

Durch die Bündelung der Kompetenzen sei ein effizientes Betreiben der Anlagen sichergestellt. „Die Zusammenarbeit aller Vertragspartner garantiert ein minimales Risiko und eine optimale Wirtschaftlichkeit der Anlagen“, ist sich der Dalkia-Chef sicher.

Erschienen in Ausgabe: 01/2007