Peak-Base-Relation auf dem Strommarkt

Börsenblick

Im vergangenen Jahr lag der Preis für die Spitzenlast auf dem Strom-Spotmarkt im Durchschnitt gerade einmal 20% über dem Baseload-Preis.

12. November 2012

Im Vergleich dazu erreichte die Preisrelation im Jahr 2007 beinahe 50%. Die geringe Risikoprämie im Jahr 2011 setzte sich in diesem Jahr fort: Der Preisaufschlag der Spitzenlast gegenüber der Grundlast liegt im Spotmarkt bislang bei 23%. Der Blick auf den Stromterminmarkt zeigt ein ähnliches Bild: Der Preis des Forwardkontraktes Cal 13 Peak beträgt 58,25€/MWh während der Preis des entsprechenden Basekontraktes bei 47,10€/MWh liegt. Daraus resultiert eine Risikoprämie von ebenfalls 23%.

Selbst für das noch weit entfernt liegende Jahr 2014 wird von den Marktteilnehmern kein außergewöhnliches Preisrisiko für den Peakkontrakt erwartet. Der Cal 14 Peakpreis liegt mit 59,5€ rund 24% über dem Basepreis. Dabei besteht jedoch ein saisonaler Unterschied. Das geringste Potenzial für Preisspitzen in den Peakstunden wird im zweiten Quartal gesehen, weshalb der Preis des Q2-Peak-Forwardkontraktes lediglich 20% über dem Basepreis liegt. Auf der Angebotsseite kann für die Monate Mai und Juni eine hohe Solarstromerzeugung erwartet werden, während die Stromnachfrage durch Feiertage gedämpft wird.

Ein Peakpreisrisiko im dritten Quartal lässt sich fast ausschließlich aus der Erwartung revisionsbedingter Kraftwerksausfälle ableiten. Die Auswirkung einer temperaturbedingt hohen Stromnachfrage, die im Sommer 2006 den Peakpreis auf dem Spotmarkt noch 50% über den Basepreis steigen ließ, wird durch die Erzeugung aus Wind- und Solaranlagen von bis zu 31GW in den Peakstunden abgeschwächt.

Erschienen in Ausgabe: 09/2012