Pflege von Image und Kunden

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Nachweis Der Ökostrommarkt boomt mehr denn je. Wichtiger wird die Glaubwürdigkeit der Produkte. APT Deutschland setzt mit dem TÜV Süd auf transparente Zertifizierung.

06. Juli 2009

> Allein in Deutschland ist die Produktion von Ökostrom kräftig angestiegen. »Die Negativnachrichten bezüglich des wahren ökologischen Nutzens von Ökostromangeboten und die Betrugsvorwürfe gegenüber einzelnen Anbietern im Markt bremsen weder die Nachfrage noch das Angebot«, heißt es in einer Studie von trend:research.

Knapp 60% der Energieversorgungsunternehmen (EVU) bieten laut dem Marktforschungsinstitut Ökostrom in vielfältiger Weise an, sei es als eigenständiges Ökostromangebot oder als Kooperationsprodukt im Verbund mit anderen EVU. Die Stromlieferanten wirkten mit der gezielten Aufwertung ihres Tarifangebots durch ein Ökostromangebot einem drohenden Preisdruck entgegen.

Unerlässlich ist es mittlerweile für die Anbieter, die Herkunft und die Zusammensetzung des gelieferten Ökostroms zu kommunizieren. Für Kunden undurchsichtig sind weiterhin die scheinbar konkurrierenden Zertifizierungen. Die Transparenz in der Herkunft des Ökostroms und in der Mittelverwendung sieht über die Hälfte der insgesamt 70 befragten Energieversorger, Ökostromhändler und Produzenten als wichtigste Option. Zertifikate (38%) und in geringerem Maße auch Kommunikation als solche (12%) und die Regionalität, also das ›Vor-Ort-Sein‹ des Anbieters und der Erzeugungsanlagen (8%), tragen ebenfalls zur Glaubwürdigkeit bei.

Auch für APT Deutschland, nach eigenen Angaben mit der Marke H2Ö seit Jahren deutscher Grünstrom-Marktführer im B2B-Bereich, spielt das Thema Herkunftsnachweis und Zertifizierung eine wichtige Rolle. Unter dem Motto ›Von der Turbine bis zur Steckdose‹ können Energieversorger, die ihre Ökostrom-Produkte nach den Kriterien EE01 und EE02 vom TÜV Süd zertifizieren lassen wollen, auf die Beratungsleistung der deutschen Tochter der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbund) zugreifen.

»Das TÜV-Siegel steht für Qualität, Sicherheit und Transparenz. Es wird als hohes Gütemerkmal angesehen und genießt darüber hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad« sagt Rainer Wellenberg, Geschäftsführer der APT Deuschland. Durch die Kooperationspartnerschaft mit dem TÜV Süd werde erstmals eine transparente Produktzertifizierung aus einer Hand ermöglicht.

Geschulte Mitarbeiter

Im Zuge eines Pre-Qualifikationsverfahrens betreuen die TÜV-geschulten APT-Mitarbeiter die Stadtwerke während des Zertifizierungsprozesses für ein Ökostromprodukt. In Zusammenarbeit mit dem Weiterverteiler werden alle relevanten Informationen, Dokumente und Nachweise zusammengestellt, sodass der anschließende Produktzertifizierungprozess – durchgeführt vom TÜV Süd – schnell und reibungslos vonstatten gehen könne, so Wellenberg. Die Vorteile für die Weiterverteiler und ihre Kunden lägen auf der Hand: »Gemeinde-, Stadt- und Kreiswerke erhalten neben kostenloser Beratungsleistung eine Preisreduzierung bei den Zertifizierungsgebühren des TÜV Süd.«

Das Produkt Ökostrom hat nach Ansicht des Instituts trend:research mittlerweile die breite Masse der Endkunden erreicht, was vor allem für das derzeitige Wachstum im Markt sorge. Der Zuwachs an Imagegewinn war bei deren Umfrage ein wichtiges Kriterium. Über die Hälfte der Befragten (52%) sieht durch das Angebot eines Ökostromtarifes die Chance, umweltbewusste Kunden an das Unternehmen zu binden.

Dabei wird der Ökostromzuschlag nach Ansicht von Firmenchef Wellenberg, dessen Unternehmen Wasserkraftstrom aus Österreich anbietet, häufig überbewertet: »Oftmals wird Strom aus erneuerbaren Energien überteuert angeboten. Dabei lässt man die Preiselastizität teilweise oder ganz außer Acht.« Bei einer optimierten Strombeschaffung sei der Aufpreis für den Grünstromanteil jedoch in vielen Fällen geringer, als die Höhe der Tagesschwankungen an den Spot- und Terminmärkten. Mit anderen Worten: »Bei optimierter Strombeschaffung kann Ökostrom mitunter günstiger angeboten werden, als Graustrom bei konventioneller Beschaffung«, verweist Wellenberg.

Es gebe zum einen qualitätsorientierte Kundengruppen, die einen hohen Aufschlag zahlen würden, und preisorientierte Segmente, die einen Grünstromaufschlag rigoros ablehnten. Nichtsdestotrotz hält er einen Aufschlag von rund zwei Euro pro Monat auf die Stromrechnung eines 3-Personen-Haushaltes für gerechtfertigt.

Der Erfolg scheint der Geschäftsstrategeie Recht zu geben: Im vergangenen Jahr konnte man die Neukundengewinnung für das Grünstrom-Produkt H2Ö um 27% gegenüber dem Vorjahr steigern. Analog verlaufen auch die Absatzzahlen: diese stiegen von 780GWh in 2007 auf 2.460 GWh im abgelaufenen Jahr. In diesem Jahr will die deutsche Verbund-Tochter 3.626GWh von ihrer Strommarke H2Ö absetzen. Von der Finanzkrise scheint das Unternehmen wenig betroffen: Im ersten Quartal 2009 hat man bereits mehr als ein Drittel des Auftragseingangs von 2008 erzielt. (mn)

www.verbund.at

www.trendresearch.de

Erschienen in Ausgabe: 06/2009