Power to Gas bei BP in Lingen?

Uniper und BP wollen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer Power-to-Gas-Anlage am BP Standort in Lingen prüfen. Dazu haben die Unternehmen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

11. Oktober 2016

Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam Möglichkeiten zur Nutzung der Power to Gas-Technologie für den Raffinerieprozess prüfen und entwickeln. Zudem wollen sie sich für eine Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen einsetzen.

„Gemeinsam mit Uniper wollen wir ein Power to Gas-Projekt an unserem Raffineriestandort Lingen entwickeln. Dazu müssen allerdings bald die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Nutzung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff im Raffinerieprozess geschaffen werden. Durch eine erfolgreiche Umsetzung würden wir einen signifikanten Beitrag zum Gelingen der Energiewende im Industriesektor leisten“, erläutert Peter Brömse, Geschäftsführer der BP Lingen und Leiter des Raffineriestandorts.

90 Prozent  weniger Emissionen

Grundsätzlich ist die Technologie dazu geeignet, den für die Produktionsprozesse in einer Raffinerie benötigen Wasserstoff aus grünem Strom zu erzeugen. Bislang wird dieser Wasserstoff, der in der Raffinerie unter anderem zur Entschwefelung von Dieselkraftstoff genutzt wird, aus fossilen Quellen produziert.

Mit Hilfe der neuen Technologie können laut Angaben der beiden Unternehmen über 90% der beim herkömmlichen Verfahren zur Produktion von Wasserstoff entstehenden Treibhausgase in der Raffinerie vermieden werden.

Anrechnung auf Biokraftstoffquote vorgeschlagen 

Ein Einsatz von Power to Gas werde bislang in den rechtlichen Rahmenbedingungen nicht angemessen als wirkungsvoller Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz anerkannt, teilen die Unternehmen  weiter mit. Dabei gehe es um die Anrechnung der so erzielbaren Treibhausgasminderung auf die Biokraftstoffquote.

"Durch die Nutzung von Power to Gas im Raffinerieprozess wird der Anteil erneuerbarer Energie, der in die Benzin- und Dieselkraftstoffproduktion eingeht, erhöht. Der damit verbundene ökologische Vorteil sollte daher auf die Biokraftstoffquote angerechnet werden", heißt es weiter.

Hintergrund

Mittels der Technologie kann aus erneuerbarer Energie erzeugter Strom genutzt werden, um Wasser durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. So produzierter erneuerbarer Wasserstoff kann auf verschiedene Weise verwendet werden.

Beispielsweise betreibt Uniper im brandenburgischen Falkenhagen und in Hamburg  zwei derartige Anlagen, in denen unterschiedliche Elektrolyse-Verfahren angewandt werden. Der dort erzeugte Wasserstoff wird jeweils in das Erdgasnetz vor Ort eingespeist.