Power-to-Gas in Frankfurt geplant

Zwölf Unternehmen der Thüga-Gruppe planen eine Power-to-Gas Anlage in Frankfurt am Main zu bauen und zu betreiben. Die Anlage soll Strom mit Hilfe von erneuerbaren Energien in Wasserstoff umwandeln und in ein kommunales Gasnetz einspeisen. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2013 vorgesehen. In dem bis Ende 2016 dauernden Demonstrationsbetrieb wollen die Unternehmen Erfahrungen sammeln, wie eine solche Anlage unter Praxisbedingungen funktioniert.

04. Oktober 2012

»Wichtig war uns, dass wir den Sprung von einer Labor- zu einer Demonstrationsanlage vollziehen und erstmalig in Deutschland realisieren, dass der so erzeugte Wasserstoff in ein kommunales Gasnetz eingespeist wird«, so Michael Riechel, Mitglied des Vorstandes der Thüga Aktiengesellschaft, einer der zwölf Projektpartner.

Der ausgewählte Standort in Frankfurt am Main eignet sich besonders, weil dort die gesamte Infrastruktur zum Anschluss einer Elektrolyseanlage vorhanden ist, so die Thüga weiter. Zudem sei ein notwendiger Mindestgasabsatz selbst in verbrauchsschwachen Sommermonaten gewährleistet.

Am Standort ist außerdem eine Wärmeerzeugungsanlage vorhanden, die bei der Verbrennung Kohlenstoffdioxid erzeugt. Dies biete die Möglichkeit, in einer gegebenenfalls zweiten Demonstrationsphase nach 2016 Erfahrungen zu sammeln, wie aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid synthetisches Methan erzeugt wird. Im Gegensatz zum Wasserstoff kann synthetisches Methan unbegrenzt in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Nach Ansicht der Thüga ermöglicht das gemeinsame Vorgehen eine effiziente und kostengünstigere Entwicklung der Speichertechnologie. Die Betriebsphase wird von wissenschaftlichen Partnern begleitet.

Zu den Projektpartnern gehören badenova, Erdgas Mittelsachsen, Energieversorgung Mittelrhein, erdgas schwaben, Gasversorgung Westerwald, Mainova, Stadtwerke Ansbach, Stadtwerke Bad Hersfeld, Thüga Energienetze, WEMAG, e-rp sowie die Thüga als Projektkoordinatorin.

Aus Sicht der Unternehmen ist die Einspeisung in das Endverteilungsnetz besonders interessant, da über 80% der erneuerbaren Energien fernab der Übertragungsnetze erzeugt werden und durch die Einspeisung in ein kommunales Gasnetz eine direkte regionale Vermarktung des erzeugten Wasserstoffs, zum Beispiel für die besonders effiziente Kraftwärmekopplung oder beispielsweise die Nutzung als Kraftstoff, möglich ist.

Die Anlage wird pro Stunde rund 60m3 Wasserstoff erzeugen und so in einer Stunde 3.000m3 mit Wasserstoff angereichertes Erdgas in das Netz einspeisen.