Power to Heat bei Opel

Der Automobilhersteller nutzt am Standort Rüsselsheim nun neben KWK auch Power to Heat. Das Konsortium Energieversorgung Opel (KEO) hat die Anlage offiziell in Betrieb genommen.

05. Juli 2017

Die Power-to-Heat-Anlage ist in die vor Ort bestehende Kraft-Wärme-Kopplungsanlage eingebunden und ergänzt die dortige Wärmeversorgung um eine zusätzliche Wärmequelle. Sie hat eine Leistung von 40 MW. Die erzeugte Wärme kann im nahegelegenen Opel-Werk als Raum- und Prozesswärme genutzt werden.

Im Einsatz für die Regelenergie

Die Anlage sei aufgrund der ganzjährigen Nutzbarkeit der Wärme und der flexiblen Zu- und Abschaltbarkeit des Elektroerhitzers prädestiniert für einen Einsatz in allen Segmenten des Regelenergiemarkts, teilt Innogy weiter mit.

„Mit der neuen Anlage kann KEO Stromnetzbetreibern eine zusätzliche Flexibilitätsoption anbieten. Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass sich die Anlage im Regelenergiemarkt erfolgreich behaupten wird. Der heutige Tag ist deshalb auch aus wirtschaftlicher Sicht ein guter Tag für den Standort“, so Olaf Thun, verantwortlich für die Erzeugung bei der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden.

„Power-to-Heat-Anlagen kommen gegenwärtig vor allem im Regelenergiemarkt zum Zuge. Im Sinne der auch von Seiten der Politik angestrebten Sektorkopplung und aus Klimaschutzgründen wäre jedoch ein deutlich breiterer Einsatz wünschenswert“, so KEO-Geschäftsführer Helmut Raups.

Dies könne erreicht werden, „wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen angepasst“ würden. „Außerhalb des begrenzten Regelenergiemarkts ist die Wärmeerzeugung mit Power-to-Heat-Anlagen aufgrund regulatorischer Zusatzbelastungen, wie beispielsweise die EEG-Umlage, heute deutlich teurer als eine erdgasbasierte Produktion."

Mit der Power-to-Heat-Lösung unterstütze man die Sektorkopplung, so Jörn-Erik Mantz vom Bereich Energiedienstleistungen B2B bei Innogy.

„Dadurch erhält KEO die Möglichkeit, den hier zur Wärmeerzeugung eingesetzten Brennstoff Erdgas zeitweise durch CO2-frei erzeugten Strom zu ersetzen. Die Anlage setzt somit ein zukunftsweisendes Zeichen für den Klimaschutz.“