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PPA: Strom direkt vom Erzeuger

Der Bremer Windparkprojektierer Wpd hat mit Google einen Vertrag zur Lieferung von Ökostrom geschlossen. Ab 2020 wird ein Rechenzentrum in Finnland mit Windstrom aus der Region betrieben. In Deutschland gaben zuletzt mehrere Unternehmen ähnliche Vereinbarungen mit Kunden im In- und Ausland bekannt. Das ist kein Zufall.

11. Oktober 2018
(Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Ab 2020 wird der Wpd-Windpark Kuuronkallio im Westen Finnlands das finnische Datenzentrum des Unternehmens mit jährlich mehr als 200 GWh Windstrom versorgen. Das gab Wpd jetzt bekannt.

Direktvermarktung

„Mit dem Abschluss des Vertrags setzt Wpd nicht nur das zukunftsweisende Modell der Direktvermarktung um, sondern verstetigt mit dem Bau des vierten finnischen Windparks auch seine starke Position in Nordeuropa“, heißt es in einer Mitteilung.

Finnland ist für Wpd nach eigenen Angaben einer der wichtigsten Märkte der Zukunft.

„Wir freuen uns, dass wir gerade in diesem Markt zusammen mit Google ein Vermarktungsmodell umsetzen können, das wegweisend für den weiteren Ausbau einer unabhängigen und dezentralen Stromversorgung ist“, sagt Wpd-Chef Gernot Blanke. Nach seinen Worten erkennen das immer mehr Unternehmen und Länder und setzen verstärkt auf die direkten Stromlieferverträge.

Märkte verlangen Power Purchase Agreement

Auf vielen europäischen Märkten sind die sogenannten Power Purchase Agreements (PPA) Voraussetzung für die Errichtung von neuen Windparks, so Blanke. Bereits 2006 hat der Windprojektierer aus Bremen nach eigenen Angaben in Belgien einen ersten Stromliefervertrag für einen Windpark unterschrieben. Auch in Spanien und Schweden sind PPA inzwischen üblich.

Im Trend

Vor und während der Windenergy in Hamburg vom 26.-28.09. hatten mehrere Unternehmen PPA-Vereinbarungen bekannt gegeben. 

Whitepaper von KPMG

Das Beratungsunternehmen KPMG veröffentlichte jüngst das Whitepaper ‚Power Purchase Agreements – frischer Wind in den Rotoren‘. Aufgrund der unsicheren Einnahmen aus der Stromvermarktung im Day-Ahead-Markt befassen sich die Betreiber von Altanlagen und die Errichter von neuen Anlagen ohne staatliche Förderung mit der Frage, wie das Strompreisrisiko reduziert werden kann, heißt es.

Bilaterale Lieferverträge

Besondere Aufmerksamkeit genießen laut KPMG sogenannte Utility oder Corporate Power Purchase Agreements, also bilaterale mittel- bis langfristige Lieferverträge für Strom aus erneuerbaren Energien, die direkt zwischen einem Betreiber und einem Energieversorger oder einem industriellen Großverbraucher geschlossen werden.

Fixierte Strompreise

Durch sie werden Strompreise über die Laufzeit fixiert beziehungsweise Preisanpassungsklauseln unterworfen. „Mit einem solchen PPA wird für dessen Laufzeit die Einnahmenseite kalkulierbar, was eine Projektfinanzierung oder auch eine Einbindung von Eigenkapital institutioneller Investoren oft erst ermöglicht“, so KPMG.

In dem Whitepaper beleuchtet KPMG energiewirtschaftliche, rechtliche und bilanzielle Aspekte von Power Purchase Agreements und zeigt die Chancen und Herausforderungen auf, mit denen sich Stromerzeuger, Intermediäre und Stromverbraucher bei der Vereinbarung und Umsetzung solcher langfristigen Lieferverträge auseinandersetzen müssen.

Neue Vermarktungsplattform gegründet

Ende September haben zwei Branchenunternehmen eine zentrale Vermarktungsplattform für Erneuerbare in Deutschland und Europa vorgestellt. Details der 8.000-Megawatt-Fusion stehen hier zum Nachlesen: www.energiespektrum.de/fuer-die-zeit-nach-der-eeg-foerderung-27240