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ASP optimiert Instandhaltungs-Strategiewahl und Kundenorientierung

Application Service Providing, kurz ASP, ist auch für immer mehr Energieversorgungsunternehmen eine interessante Dienstleistung, die ermöglicht, Softwarelösungen über das Internet oder andere Netze zu nutzen. Mit Calpos-Main und Energy Profiler Online (EPO) bietet ABB zwei Software-Tools an, die auf der CeBIT 2002 Spitzenplätze beim ASP-Award erzielten.

13. Januar 2003

Die Entwicklung von Strategien zur Prozessoptimierung und Kundenorientierung ist für Energieversorgungsunternehmen (EVU) mehr denn je Voraussetzung für Erfolg in einem sich schnell verändernden Markt. Die hohe Geschwindigkeit ist nicht zuletzt Ergebnis moderner Informations- und Kommunikationstechnologien, die ein effizientes Datenmanagement ermöglichen - aber auch voraussetzen. Calpos-Main und Energy Profiler Online (EPO) sind entsprechende Tools, die über Internet oder andere Netze genutzt werden können (ASP-Lösungen).

ABB präsentierte die beiden Softwarelösungen neben weiteren in diesem vom ASP-Konsortium anlässlich der CeBIT ausgeschriebenen Wettbewerb. Das ASP-Konsortium ist ein unabhängiger Interessenverband von Softwareherstellern, IT-Abteilungen großer Unternehmen und ASP-Anbietern. In der Kategorie „Innovativste ASP-Software“ gewann Calpos-Main, die Software zur Planung zuverlässigkeitsorientierter Instandhaltungsstrategien, den ersten Platz. In der Kategorie „Größte produktive ASP-Lösung“ erreichte ABB mit dem Energy Online Profiler (EPO), einem Tool zur Analyse und Visualisierung von Lastgangsdaten, den zweiten Platz. Während Calpos-Main den Anwender bei der Wahl der richtigen Instandhaltungsstrategie unterstützt, verbessert EPO die Kundenorientierung der Versorgungsunternehmen in Richtung Verbraucher.

Optimierung des Risikomanagements

Bei Calpos-Main handelt es sich um eine ASP-Applikation für Energieversorgungsunternehmen, die über das Internet das Instandhaltungsmanagement großräumiger Energieübertragungs- und -verteilungsnetze unterstützt. Auf diese Weise schafft die Software die Basis für ein optimiertes Risikomanagement und eine zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltungsplanung. Die Anwender können dank Calpos-Main ihre Instandhaltungskosten spürbar senken, während die Verfügbarkeit der elektrischen Energieversorgung besser wird oder zumindest gleich bleibt.

Volle Fähigkeit zur Systemintegration

Da Calpos-Main die bestehende IT-Infrastuktur der Anwender berücksichtigt, ist es praktisch in jede bestehende EDV-Umgebung voll integrierbar. Auf diese Weise kann der Servicetechniker von jedem Punkt des Versorgungsnetzes über Internet oder Intranet auf die Funktionalitäten zugreifen. Das Tool ist online mit den Betriebsmitteldateien der zentralen Unternehmensdatenbank verbunden und unterstützt die mobile Datenerfassung der Techniker vor Ort wie PDA, Hand-held-Datenerfassungssysteme oder Barcode-Leser. Mit Hilfe der mobilen Datenerfassungstechnik kann der Nutzer Betriebsmitteldaten von jedem Punkt im Netz laden. Calpos-Main gewährleistet Zugriff auf einen stets aktuellen Datenbestand und ermöglicht eine sichere Kommunikation durch SSL-Technologie. Eine offene XML-Schnittstelle garantiert Systemintegrationsfähigkeit.

Wirtschaftlich sinnvollste Instandhaltungsstrategie

Calpos-Main ist ein Strategie-Tool und gibt dem Anwender die Möglichkeit, die für ihn wirtschaftlich sinnvollste Instandhaltungsstrategie zu wählen. Ermöglicht wird dies durch die Verknüpfung des technischen Zustandes von Betriebsmitteln mit deren Wichtigkeit im Versorgungsnetz. Das Resultat wird grafisch in einem Bewertungsdiagramm dargestellt. Dabei unterscheidet die Software zwischen planmäßiger, zustandsabhängiger und zuverlässigkeitsorientierter Instandhaltungsstrategie. Getrennt nach Instandhaltung und Ersatzteilbeschaffung ermittelt und vergleicht sie für diese drei Strategien die Budgets der kommenden fünf Jahre und fertigt eine nach Prioritäten sortierte Liste der instand zu setzenden oder auszutauschenden Betriebsmittel an.

Kundenorientierung durch EPO verbessert

Bei der ASP-Lösung Energy Profiler Online (EPO) von ABB handelt es sich um ein Software-Tool, das Energieversorgungsunternehmen unterstützt, ihre Kundenorientierung zu verbessern. Gerade bei großen Kunden aus Industrie und Handel nehmen die Energiekosten einen beträchtlichen Anteil an den betrieblichen Aufwendungen ein. Diese Kunden sind also unmittelbar vom Wettbewerb auf den Energiemärkten betroffen und verlangen bereits nach den notwendigen Lastgangsdaten und Preisinformationen, die es ihnen ermöglichen, fundierte Entscheidungen zur Wahl ihres Energieversorgers zu treffen. Die Versorgungsunternehmen müssen angesichts dieser Anforderungen ihr Angebot um Dienstleistungen erweitern, die ihre Kundenbindung verbessern.

Energy Profiler Online gibt den Energieversorgungsunternehmen auf diese Anforderungen Antwort, indem Schlüsselkunden Zugang zu energiespezifischen Daten erhalten. Der Vorteil für die Kunden besteht darin, dass sie rechtzeitig unerwünschte und ungeplante Spitzenlasten feststellen oder zwischen verschiedenen Liegenschaften vergleichen können, um dort die Wirksamkeit von Energiesparmaßnahmen zu prüfen. In den USA ist EPO bereits das marktführende Werkzeug, um Lastgangsdaten zu analysieren und zu visualisieren. Dabei werden die Daten aus einem beliebigen Zählerauslesesystem extrahiert, in die EPO-Datenbank übertragen und mit Hilfe eines Web-Interfaces visualisiert. Die Kunden greifen auf ihre Daten über eine https-Web-Seite zu, die nahtlos in den Internetauftritt des Energieversorgungsunternehmens integriert ist. Damit können Großkunden von Energieversorgungsunternehmen EPO als integralen Bestandteil ihrer Arbeitsabläufe nutzen.

Für die Energieversorgungsunternehmen bedeutet EPO weitere Vorteile. Da es sich in das Internet des Unternehmens voll integrieren lässt, unterstützt es die Markenbildung, indem beispielsweise das Logo des Versorgungsunternehmens in die Seite eingeklinkt wird. Darüber hinaus bieten betriebswirtschaftlich sinnvolle Online-Informationen für den Anbieter die Möglichkeit, diese zu refinanzieren. Große Energiekunden sind bereit, für die durch EPO bereit gestellten Informationen zu bezahlen. Nach einer bestimmten Zeit können die Versorgungsunternehmen sich dadurch eine neue Einnahmequelle erschließen.

Erschienen in Ausgabe: 05/2002