Preis für Kohle zieht wieder an

Nachfrage Im Schatten des Ölpreises ist der Preis für Steinkohle in den vergangenen Monaten stetig angewachsen.

02. September 2007

Am wichtigsten europäischen Handelspunkt ARA (Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen) liegt beispielsweise der Preis für den Terminkontrakt 2008 etwa 25 % über den Notierungen zu Beginn des Jahres. Zwei Gründe stecken im Wesentlichen hinter diesen Entwicklungen. Zum ersten ist die Nachfrage im asiatischen Markt weiterhin kräftig gestiegen und hat zu Produktions- und Transportengpässen geführt. Im Mai beispielsweise lagen über 60 Schiffe auf Reede vor dem australischen Hafen Newcastle, dem weltgrößten Umschlagshafen für Kohle, weil die Schiffe nicht schnell genug abgefertigt werden konnten. Stürme und der Monsun haben in den Folgemonaten diese Situation weiter verschärft und auch die Produktion in den Minen sowie den Transport per Eisenbahn behindert, sodass mehr Kohle aus China, Indonesien und Südafrika nachgefragt wurde. Entsprechend stiegen die Preise an dem Umschlagshafen Richards Bay in Südafrika (sog. API#4), von dem aus große Mengen Steinkohle auch nach Europa verschifft werden. Die höheren südafrikanischen Steinkohlepreise sind also zum einen verantwortlich für höhere Kohlepreise in Europa. Zum anderen sind aber auch die Frachtkosten für den Transport der Kohle auf dem Seeweg weiter gestiegen: Zu Beginn des Jahres lagen die Frachtpreise für die Route Richards Bay nach ARA noch bei etwa 16 $/t und haben sich seitdem um 50 % erhöht. Hier konkurriert der Rohstoff Kohle mit anderen Gütern auf dem Frachtmarkt, der durch die anziehende Weltwirtschaft und das benötigte Transportvolumen ebenfalls stark zugelegt hat.

Dr. Stephan Illerhaus

Erschienen in Ausgabe: 09/2007