Preisspitzen auf dem Spotmarkt im Sommer

Börsenblick

Entgegen den Erwartungen konnten in diesem Sommer zeitweise höhere Preise auf dem Strom-Spotmarkt beobachtet werden.

11. September 2013

In der letzten Woche im Juli betrug der durchschnittliche Spotpreis für die Grundlast 41,4€/MWh und für die Spitzenlast 53,1€/MWh. An zwei Tagen wurde an der Börse sogar ein Spitzenlastpreis von annähernd 60€ erzielt. Auch in den übrigen Juliwochen lag der Spotpreis mit durchschnittlich 34,4€/MWh für die Grundlast über dem vorher erwarteten Preis für den Monat Juli von 31,8€/MWh. Zwar war die kurzfristige Gewinnspanne für Gaskraftwerke (Spark Spread) für den gesamten Monat Juli mit 15€/MWh deutlich negativ, in der letzten Woche lohnte es sich jedoch für sehr effiziente Gaskraftwerke in den Peakstunden Strom zu erzeugen. Zu diesem leicht positiven Spark Spread in Höhe von 1,6€/MWh führten allerdings zahlreiche Aspekte sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. Temperaturbedingt stieg der deutschlandweite Strombedarf im Mittel um 1GWGWg an und auch in den Nachbarländern wurde mehr Strom nachgefragt. So wuchs der Strombedarf in Frankreich um etwas mehr als 2GW, was unter anderem höhere Exporte von Deutschland nach Frankreich zur Folge hatte.

Die Windstromerzeugung in Deutschland lag mit 2,3GW deutlich unter dem Normalwert von 4,8GW. Trockenheit in den Alpen führte dazu, dass das Stromerzeugungspotenzial mit 237GWh unterhalb des für diese Jahreszeit üblichen Niveaus von 400GWh lag. Ein wesentlicher Faktor, der für die höheren Preise Ende Juli verantwortlich war, war die geringe Verfügbarkeit thermischer Kraftwerke von nur 37,3GW (Kernkraft, Braunkohle und Kohle).

Erschienen in Ausgabe: 07/2013