Privater Zugang zum Mieter-Gateway

Management

Datenschutz - In Mehrfamilienhäusern mit einem gemeinsamen Zählerraum wären an einem Display am Meter private Daten von Dritten einsehbar. Das ist nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. PPC hat eine Lösung entwickelt, die dieses Problem umgeht.

31. Januar 2011

Das Thema des Smart Metering drängt: Schon seit Anfang 2010 sind nach Beschluss der Bundesregierung intelligente Stromzähler bei allen Neubauten und Grundsanierungen zu installieren. Die Realität ist aber, dass dies nur zögerlich geschieht. Ein wichtiger Grund dafür besteht in noch nicht ausgeräumten rechtlichen Unklarheiten und Datenschutzdiskussionen.

In ihrem Positionspapier vom 23. Juni 2010 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Anforderungen definiert, die sich aus der Umsetzung des §21b Abs.3a und 3b des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) ergeben. Die Anforderungen führen zum Teil zu erheblichen Problemen bei der Implementierung der Zähler, besonders im Mehrfamilienhaus mit gemeinsamem Zählerraum.

Da ein Display direkt am Zähler von den Nachbarn eingesehen werden kann, ist eine Visualisierung nach den Vorgaben der BNetzA auf diesem Display aus Datenschutzsicht problematisch – es sei denn, man würde von jedem Kunden eine Zugangserlaubnis einholen. Zwar ließe sich dieses Problem auch durch Home Displays lösen, aber deren Installation würde die Einrichtung einer Inhouse-Datenübertragung in die Wohnungen erfordern, was sehr aufwendig und kostenintensiv ist.

Einen möglichen Ansatz für Mehrfamilienhäuser schlägt Power Plus Communications (PPC) vor. Kernstück der Lösung ist ein IP-basiertes Echtzeit-Kommunikationsnetz. Umgesetzt wird das Smart Metering durch ein Multi-Utility-Gateway (MUG), Breitband-Kommunikation, verschiedene Server und ein Web-Portal.

Die Stromzähler liefern die erhobenen Energiedaten an das MUG.

Die Zählerauslesung erfolgt dabei mittels Wireless M-Bus. Das Gateway sendet die Informationen in verschlüsselter Form über ein Breitband-Kommunikationsnetz an einen Energiedatenserver, in dem sie in pseudonymisierter Form gesammelt werden.

Von anonym zu personalisiert

Hier können die Energieversorgungsunternehmen auch Ableseintervalle und die Stammdaten der Zähler einrichten und verwalten. Die Aufsummierung der Messwerte zur Bildung der Verbrauchintervalle geschieht hier ebenfalls.

Gleichzeitig erfolgt das Schlüsselmanagement und die Entschlüsselung der Daten. Der Energiedatenserver stellt einem Abrechnungsserver und einem Portalserver jeweils genau definierte Daten bereit. Die pseudonymisierten Daten werden erst im entsprechenden Server in personenbezogene Daten umgewandelt.

Die abrechnungsrelevanten Informationen sendet der Energiedatenserver an den Abrechnungsserver und dieser speichert und verwendet sie für die Abrechnung. Der Endkunde kann seine abrechnungsrelevanten Werte jederzeit über einen geschützten Zugang in einem Webportal abrufen.

Die Energiedaten, die den momentanen Stromverbrauch widerspiegeln, werden auf Anforderung des Kunden in Echtzeit abgerufen und an den Portalserver übertragen. Der Kunde kann sie bei Bedarf lokal speichern. Diese sichert der Energieversorger nicht als personenbezogene Informationen, kann sie aber in statistischer Form für Kundeninfos, Dienste oder Energiemanagement nutzen.

Die Anforderungen der BNetzA an die Visualisierung werden über das Internetportal erfüllt. Der Zugang zu den Werten über ein geschütztes Web-Portal vermeidet datenschutzrechtliche Probleme sowie hohe Aufwände und Kosten.

Die elektronische Zählerfernauslesung mittels Wireless M-Bus genügt den Schnittstellenanforderungen. Denn Wireless M-Bus ist nach Open Metering Specification standardisiert, im Internet offen publiziert und kann ohne Lizenzkosten frei verwendet werden.

Auf Anforderung übertragen

Gleichzeitig folgt die Lösung dem Gebot der Datensparsamkeit und vermeidet Vorratsspeicherung. Notwendige Informationen werden nur übertragen, wenn etwa im Falle eines variablen Tarifsystems ein Tarifwechsel ansteht oder wenn Abrechnungsbedarf besteht. Die Daten, die für die Echtzeitdarstellung des Verbrauchs benötigt werden, werden über das Webportal bereitgestellt, lediglich im Moment der Informationsabfrage erhoben und nur in dem vom Kunden gewünschten Umfang gespeichert.

Eine Einsicht der Verbrauchswerte durch Dritte wird vermieden, da der Zugang im Webportal durch Authentifizierungsmaßnahmen wie beim Online-Banking gesichert ist. Auch sind Informationen während der gesamten elektronischen Übertragung durch den Algorithmus AES-128 verschlüsselt.

Ingo Schönberg (Power Plus Communications)

Erschienen in Ausgabe: 01/2011