Prognosegüte bei Gas-Standardlastprofil verbessert

Das Ingenieurbüro für Energiewirtschaft (IfE) hat die Prognosegenauigkeit von Gas-Standardlastprofilen um 50 % und mehr verbessert.

20. November 2015

Denn die seit 2005 verwendeten Standardlastprofile zur Gasbezugsprognose der TU München haben sich in der Praxis nicht immer als sehr zuverlässig erwiesen, so das IfE weiter. Im Winter ist das Allokationsniveau häufig zu niedrig, in der warmen Jahreszeit zu hoch. Auch mit der auf Basis einer Sigmoidfunktion entwickelten neuen Profilgeneration (SigLinDe) sei die Prognosegenauigkeit nicht entscheidend verbessert worden.

Das Ingenieurbüro ging dem Problem auf den Grund und entwickelte eine eigene Lösung. Dabei arbeitete es mit historischen Lastgangdaten aus dem eigenen Mandantenstamm. Mit dem selbst entwickelten netzspezifischen Berechnungsansatz gelang es, die Prognosegüte um circa 50 %, teils um 60 bis 70 % zu verbessern, so das Ife. Ein konkretes Rechenexempel mit einer SLP-Abnahmemenge von 147,5 GWh/a brachte eine Reduzierung der jährlichen Regelenergiekosten von circa 96.000 auf 26.000 €.

Neues Produkt 2016 - passend zu verschärften Anforderungen

 

Das IfE arbeitet daran, eine Profilschar zu entwickeln, mit der Stadtwerke und Gasversorger operativ arbeiten können. Mitte 2016 soll das Produkt marktreif sein – passend zu den zum 1. Oktober 2016 anstehenden verschärften Anforderungen.

Denn GaBi 2.0 und die neue Kooperationsvereinbarung (KoV VIII) verlangen, dass Netzbetreiber einen Anreizmechanismus für die Bereitstellung genauer Prognosen entwickeln. Die Verteilnetzbetreiber müssen die tägliche Prognosegüte der Bundesnetzagentur melden. Für die täglich auftretenden Prognoseabweichungen ist ein Grenzwert zu bestimmen. Netzbetreiber, die eine überdurchschnittliche Abweichung vom Grenzwert aufweisen, werden vom Marktgebietsverantwortlichen in einer Liste veröffentlicht.