Projekt Carbon2Chem gestartet

Das Abfallprodukt Kohlendioxid nutzen und umwandeln, statt es in die Luft zu pusten - das ist ein Ziel des gestarteten Projektes Carbon2Chem. Unter Koordination des Fraunhofer-Instituts UMSICHT, des Max-Plack-Instituts für Chemische Energiekonversion und Thyssenkrupp sollen Lösungen entwickelt werden, um Kohlendioxid, das bei der Stahlerzeugung anfällt, in Erdölersatz für die Chemieindustrie umzuwandeln.

28. Juni 2016

Weitere 14 Projektpartner sind beteiligt. Das Projekt wird mit mehr als 60 Mio. € durch das Bundesbildungsministerium (BMBF) gefördert. Das Ziel der emissionsarmen Verbundproduktion der Stahl- und Chemieindustrie: durch Technologien und Strategien einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Hüttengase als Basis

Genutzt werden sollen so genannte Hüttengase, die erhebliche Mengen CO2 enthalten. Sie entstehen in Stahlwerken im Produktionsprozess.

Damit das CO2 unter der Zielsetzung Klimaschutz letztendlich als Erdölersatz für die Chemieindustrie eingesetzt werden kann, müssen Systeme bereitstehen, die Stahlwerke mit erneuerbarer Energie versorgen. Zudem sind Technologien zur Katalyse und für die chemische Synthese erforderlich, mit denen das Gas gereinigt und konditioniert werden kann, wie das UMSICHT weiter mitteilt.

Systemintegration als wichtiger Punkt

Fraunhofer entwickelt Technologien und Systemlösungen zur Gasreinigung, zur Anpassung der katalytischen Herstellung von Methanol und höheren Alkoholen sowie für die Kraftstoffherstellung.

»Zusätzlich zur Entwicklung von Technologiebausteinen, die Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher gemeinsam mit den Partnern vornehmen, ist die Systemintegration besonders wichtig«, sagt Professor Görge Deerberg, stellvertretender Institutsleiter des UMSICHT und Projektkoordinator bei Carbon2Chem.

»Die verschiedenartigen Produktionen von Chemikalien, Kraftstoffen und Stahl müssen mit enger stofflicher und energetischer Kopplung betrieben werden. Nur so kann zum Beispiel Abwärme effizient genutzt werden«,  erläutert Deerberg weiter.

Ergebnisse schnell in Stahlwerken umsetzen

Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind laut dem Fraunhofer-Institut die wesentlichen Aufgaben im Projekt. Das Konsortium setze sich daher zum Ziel, die Forschungsergebnisse möglichst schnell im großen Maßstab in Stahlwerken umzusetzen.