Projekt zum Vorzeigen

ENERGIEZENTRALE Im laufenden Betrieb realisierte Steag Saar Energie das 10-Mio.-Euro-Projekt im Michelin-Werk Bad Kreuznach.

01. Februar 2007

Pro Jahr reduziert das Michelin Reifenwerk durch die neue Energiezentrale seine Energiekosten um rund 10 % und seine CO2-Emissionen um etwa 7.000 t. Bernd Lanius aus dem Direktionsteam des Bad Kreuznacher Reifenherstellers wies in seiner Ansprache während der Eröffnung darauf hin, dass es bei diesem „ersten Contracting- Projekt im gesamten Michelin Konzern“ nicht nur um die Reduzierung der Energiekosten gegangen sei.

„Wir unternehmen seit Jahren Anstrengungen, unsere Umweltbilanz stetig zu verbessern. Die neue Energiezentrale und die damit verbundene Reduzierung der CO2-Emissionen bringt uns hier weit nach vorne“, so Lanius. Reinhard Störmer, Mitglied des Vorstandes der Steag Saar Energie AG, erläuterte, dass es die Stärke seines Unternehmens sei, passgenaue, auf den Kunden zugeschnittene Energielösungen anzubieten.

Contractor als Betreiber

Störmer hob zudem die Bedeutung des Projektes hervor: „Auch für uns als erfahrener Industrie-Contractor ist dieses Projekt ein Vorzeigeprojekt. Von der konzeptionellen Grundidee über die Bauausführung, von der Zusammenarbeit mit Michelin vor Ort bis zu den ökonomischen und ökologischen Ergebnissen unserer Arbeit ist es beispielhaft.“

Steag Saar Energie wird als Contractor die Anlage - für zunächst zwölf Jahre - auch betreiben. Das neue Anlagenkonzept ist modern und reduziert die Energiekosten (siehe Kasten).

In der alten Energiezentrale wurden fünf Dampfkessel mit einer Leistung von je etwa 17 t/h betrieben. Zwei dieser Kessel sind im Jahr 1998 erneuert worden. Die Kessel erzeugten 278.000 t Dampf pro Jahr. Drei der alten Dampfkessel wurden stillgelegt und demontiert.

Heute beträgt die installierte Gesamtdampfleistung 85,6 t/h und die installierte Gesamtstromleistung 11,7 MW. Strom muss nur noch zu 25 % über das öffentliche Netz bezogen werden. Zum Betrieb der Gasturbine und der Dampfkessel wird Erdgas eingesetzt.

Teil des Virtuellen Kraftwerks

Geliefert wird das Erdgas von den Stadtwerken Bad Kreuznach. Pro Jahr wird die Energiezentrale 84.500 MWh Strom und 278.000 t Dampf erzeugen. Damit könnten 21.180 Einfamilienhäuser mit Strom und 10.348 Einfamilienhaushalte mit Wärme versorgt werden.

Steag Saar Energie liefert Zusatz- und Reservestrom aus ihrem eigenen Bilanzkreis, denn die Anlage ist in das virtuelle Regelkraftwerk des Unternehmens eingebunden. Sieben Mitarbeiter betreuen die Anlage. Sie wurden von Michelin übernommen.

Störmer fand noch ein ganz anderes Argument, das für die dezentrale Energieversorgung spricht: Der flächendeckende Stromausfall Anfang November 2006 habe wieder einmal sehr deutlich gemacht, wie abhängig man von einer zuverlässigen Bereitstellung von Strom durch die Energieversorger sei. „Ein Grund mehr für ein Unternehmen wie Michelin, seine Energieversorgung auf sichere und ökonomisch günstigere Beine zu stellen“, findet Störmer.

Konzeption

Starke Kombilösung

Wesentlicher Bestandteil der neuen Anlagenkonzeption im Michelin- Werk Bad Kreuznach ist eine Gasturbine mit nachgeschaltetem Abhitzekessel. Die Variante ist kostengünstiger als ein Vollstrombezug und eine 100%ige Dampferzeugung in konventionellen Heizkesseln.

Neben der Gasturbine mit dem nachgeschalteten Abhitzekessel besteht die neue Energiezentrale jetzt aus einem neuen Dampfkessel, den zwei bereits vorhandenen erneuerten Kesseln sowie einer Dampfturbine.

Erschienen in Ausgabe: 01/2007