Qualität vor Quantität

Fundierte Energieberatung ist der Grundstein für eine energetische Gebäudesanierung. Nicht alle Beratungen genügen den hohen Ansprüchen, die dabei gelten sollten. Zukunft Altbau hat eine Beratungsleitlinie entwickelt, um die Qualität energetischer Sanierungen zu sichern.

06. April 2017

Der Vorschlag des Netzwerkes umfasst Grundsätze zur Zusammenarbeit und einzelne technische Vorgaben. Dazu gehören etwa die Verpflichtungen von Energieberatern, die Eigentümer ganzheitlich, branchenübergreifend, neutral und unabhängig zu beraten.

 

In Zeiten wirtschaftlicher Abhängigkeit vieler Berater von Energieversorgern, Lieferanten oder Herstellern ist dies keine Selbstverständlichkeit.

 

Grundsätze für optimales Sanieren

 

Gebäudeenergieberater sind mit am besten geeignet, eine energetische Sanierung zu planen. Sie haben die verschiedenen Gewerke im Blick und gehen umfassend vor.

 

Doch die Berufsbezeichnung ist gesetzlich nicht geschützt.

 

Die Folge: Immobilieneigentümern wird so mancher Unsinn angeboten und Geld nicht wirksam eingesetzt. Mit der neuen Beratungsleitlinie verpflichten sich Energieberater zu fünf Qualitätskriterien.

 

„Zunächst sollte die Beratung ganzheitlich und branchenübergreifend sein“, sagt Petra Hegen von Zukunft Altbau.

 

„Da Häuser und Wohnungen komplexe Systeme darstellen, bei denen alles mit allem zusammenhängt, muss eine gute Sanierungsberatung von der Hülle über die Gebäudetechnik bis hin zum Einsatz erneuerbarer Energien jegliche Komponenten miteinbeziehen.“

 

Weiterhin sollte die Beratung neutral und vorhabensbezogen erfolgen. Angesichts der Vielzahl an Produkten und Baustoffen verpflichten sich die Berater nur ökonomisch und ökologisch sinnvolle zu wählen.

 

KfW-Standard anstreben

 

Ein weiterer Punkt betrifft die technischen Vorgaben, die auf den Rahmenbedingungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beruhen.

 

Energieberater sollen den Standard der KfW-Einzelmaßnahmen anstreben – oder sogar über ihn hinausgehen. Wer heute besser saniert, als aktuell vorgeschrieben, macht sein Gebäude zukunftsfähig.

 

Damit erfüllt es auch bei künftigen gesetzlichen Verschärfungen die Anforderungen und erspart kostenintensive Nachbesserungen. Mit der Leitlinie von Zukunft Altbau verpflichten sich die Energieberater außerdem gängige Gesetze und Verordnungen einzuhalten und die Eigentümer über Kosten- und Einsparmöglichleiten aufzuklären.

 

Auch dies sollte selbstverständlich sein, ist aber heute nicht immer geltende Praxis.

 

Ein individueller Sanierungsplan ist in diesem Zusammenhang häufig ein praktikabler Einstieg.

 

Die Beratungsleitlinie ist auf www.zukunftaltbau.de/leitlinie-energieberatung verfügbar.