Reaktion des VKU zum Sonderkundenaufschlag

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Festlegung eines sogenannten »Sonderkundenaufschlages« nach § 19, Abs. 2 StromNEV angekündigt. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sieht diese Bestrebungen, im Schnellverfahren Abwicklungsregeln für die Befreiung energieintensiver Betriebe von den Netzentgelten zu schaffen, mit Sorge. Bei der politisch gewollten Entlastung für die Industrie müsse auf Praktikabilität geachtet werden.

21. November 2011

Der Regulierer muss laut VKU sicherstellen, dass der Sonderkundenaufschlag nicht zu Lasten des Vertriebs geht. Um diese neue Komponente auch in Lieferverträgen zu berücksichtigen, fordere man die Aufnahme entsprechender Übergangsfristen und die Vermeidung zusätzlicher Bürokratie für die Versorgungsunternehmen. In diesem Zusammenhang sieht der Verband laut eigener Angabe auch Überlegungen zu einer Rückwirkung der Vorschriften kritisch.

Nach Ansicht des VKU ist es für die Branche nicht dienlich, wenn komplexe rechtliche und praktische Fragen im ›Hauruck-Verfahren‹ innerhalb weniger Wochen festgelegt werden sollen. In ihrem Festlegungsentwurf gehe die BNetzA von einem Inkrafttreten zum 1. Januar 2012 aus. Alle wesentlichen Fragen der Umsetzung, beginnend bei rechtlichen Grundlagen bis zur Umstellung von EDV-Vorgängen, seien dabei noch vollkommen ungeklärt. Der VKU appelliert an die Behörde, einen realistischen Zeitplan anzusetzen.