Rechenzentrum im Windkraftturm

Im Fuß eines 13 Meter breiten und 150 Meter hohen Stahlbetonturmes einer Windkraftanlage in Lichtenau stehen vier feuerbeständige IT-Sicherheitsschränke. Die Pilotanlage soll Rechenzentrumsleistungen liefern und ist zum Patent angemeldet.

27. Februar 2018

Wie sind erneuerbare Energien und künftig steigende Energiebedarfe durch die Digitalisierung in Einklang zu bringen? Eine Lösung  hat die Westfalenwind IT aus Paderborn in Zusammenarbeit mit den regionalen Akteuren SICP – Software Innovation Campus Paderborn, der Innozent OWL, der Innofactory und der Dtm group zur Marktreife gebracht: Windcores.

Seit Oktober 2017 ist Deutschlands erster Rechenknoten und Datenspeicher in einer Windenergieanlage in Lichtenau betriebsbereit, wie die Partner Westfalenwind IT und SICP weiter mitteilen.

50 Prozent weniger Stromkosten

Das Resultat von Windcores seien wirtschaftliche und nachhaltige IT-Outsourcing-Produkte der Verfügbarkeitsklasse III. Produzierter Ökostrom werde ortsnah verwertet, vorhandene Gebäude und Infrastrukturen genutzt, anstatt neue gebaut. "Firmen wissen genau, wo ihre Daten liegen und ihre Rechenvorgänge stattfinden", heißt es weiter.

Auch die Betriebskosten seien geringer. So können laut den Angaben der Partner Stromkosten um bis zu 50 Prozent auf 15 Cent pro Kilowattstunde reduziert werden.

Windpark-Netz aus Datenspeichern

Zudem erlaube die hochsichere Integration der IT in Windparks eine nahezu verlustfreie, mehrfache Anbindung an weitere erneuerbare Energieerzeuger und den notwendigen Kommunikationsnetzen. Die Daten seien in den IT-Safe-Schränken vor fremdem Zugriff und vor EMV-Störungen (elektromagnetische Verträglichkeit) geschützt. Die Betriebszustände der Anlage lassen sich in Echtzeit messen, Zugänge zu den Systemen werden beobachtet.

Das Konezpt ermögliche eine direkte Vernetzung mit Kunden und durch die virtuelle Verbindung mehrerer Windcores im Windpark sei eine nahezu beliebige Skalierung denkbar. Die starke Vernetzung der unabhängigen Windcores erlaube zudem eine aktive Gestaltung der Serviceverfügbarkeit über die Anwendungsschicht.

Testbetrieb

Erster Kunde des Projektes ist das IMT der Universität Paderborn. Das Team rund um Prof. Dr. Gudrun Oevel wird ab Inbetriebnahme einen Testbetrieb durchführen, um möglichst alle wichtigen Performancewerte und Kennzahlen zu ermitteln, so die Partner weiter.