Redispatch-Kosten stark gestiegen

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat ihren ersten Bericht zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen für die ersten beiden Quartale 2015 veröffentlicht.

14. Dezember 2015

»Der Umfang und die Kosten der Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen weisen bereits im ersten Halbjahr 2015 sehr hohe Werte auf. Für das Gesamtjahr 2015 wird mit einer signifikanten Zunahme gegenüber 2014 gerechnet«, erklärt Jochen Homann, Präsident der BNetzA anlässlich der Vorstellung des Berichts.

Der Bericht bezieht sich auf die ersten beiden Quartale des laufenden Jahres und bietet zum ersten Mal eine auf Bundeslandebene herunter gebrochene Darstellung des Einspeisemanagements. Dadurch werde deutlich, dass die Bundesländer mit einem großen Anteil an der Erzeugung aus erneuerbaren Energien besonders von Einspeisemanagement-Maßnahmen betroffen seien. Als Beispiel hob Homann Schleswig-Holstein hervor und verwies vor diesem Hintergrund auf die Notwendigkeit eines zügigen Netzausbaus. 

Nach Angaben der Behörde haben die Eingriffe der Netzbetreiber in die Fahrweise der Kraftwerke (Redispatch-Maßnahmen) im ersten Halbjahr 2015 mit 5.253 GWh bereits die Gesamtmenge des Jahres 2014 (5.197 GWh) überschritten. Auch die vorläufig von den Netzbetreibern geschätzten Kosten in Höhe von 253 Mio. € liegen der BNetzA zufolge in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits deutlich über den von ihnen gemeldeten Kosten des Vorjahres in Höhe von 187 Mio. €.

Im ersten Halbjahr 2015 habe die Menge der abgeregelten Einspeisung aus erneuerbaren Energien mit 1.464 GWh bereits 93 % der Gesamtausfallarbeit des Vorjahres mit ausgemacht. Die geschätzten Entschädigungsansprüche belaufen sich im ersten Halbjahr 2015 auf 149 Mio. €. Die Gesamtprognose aus dem letzten Jahr sei noch von 183 Mio. € ausgegangen. Diese Kosten werden ebenso wie die Kosten für das Vorhalten und den Einsatz von Reservekraftwerken über die Netzentgelte an die Stromverbraucher weiter gegeben.

Die BNetzA hatte aufgrund der stark zugenommenen Anzahl von Netz- und Sicherheitseingriffen eine jährliche Erfassung nicht mehr als ausreichend erachtet und daher das Datenmeldeverfahren auf einen kürzeren Rhythmus umgestellt.

Der Bericht steht unter www.bundesnetzagentur.de/berichte zum Download zur Verfügung.