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Redispatch-Plattform in Arbeit

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben Soptim und die FGH im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens mit der Realisierung des Redispatch-Ermittlungs-Servers beauftragt.

13. August 2018

Dieser wird künftig deutschlandweit Netzengpässe bestimmen und notwendige Anpassungen an Einspeisungen und Lasten dimensionieren.

Der Redispatch-Ermittlungs-Servers (RES) ist ein Teil der Redispatch-Plattform, die derzeit von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern 50 Hertz Transmission, Amprion, Transnet BW und Tennet TSO (ÜNB) aufgebaut wird, wie Soptim weiter mitteilt.

Die Inbetriebnahme des Servers ist laut dem Unternehmen für 2020 geplant.

RES als Basis für Maßnahmen-Auswahl

Über die Redispatch-Plattform werden die ÜNB künftig die systemstabilisierenden Maßnahmen für alle Betriebsplanungsstufen (mehrere Tage im Voraus bis zur Intradayplanung) regelzonenübergreifend gemeinsam planen, koordinieren, abwickeln und überwachen.

Neben einem hohen Effizienzgewinn sorge die neue Plattform für einheitliche, transparente und sichere Prozesse im Kontext von Redispatch, Einspeisemanagement sowie anderer betrieblicher Maßnahmen, wie dem Einsatz von Querregeltransformatoren und Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen, so das IT-Unternehmen.

Der RES bilde dabei künftig die systemtechnische Unterstützung der planerischen Abstimmungsprozesse, biete den ÜNB eine identische Sicht auf das deutsche Übertragungsnetz und schaffe die Basis für die Auswahl geeigneter Maßnahmen.

Prognose der Netzsituation

Der Server prognostiziert künftig die Netzsituation für die relevanten planerischen Zeithorizonte Woche, Tag sowie Stunde und erkennt drohende Engpässe. Anschließend ermittelt er aus den verfügbaren netz- und marktbezogenen Maßnahmen, weiteren Reserven sowie bei Bedarf auch weitergehenden Eingriffen die Wirksamsten und Kosteneffizientesten unter Beachtung der gesetzlich gebotenen Vorränge, um den Engpass aufzulösen.

 

Dazu optimiert der Server beispielsweise die Stellung der Querregeltransformatoren. Weiterhin werden zielführende Eingriffe in Last- und Einspeisemuster wie etwa geänderte Kraftwerksfahrpläne und der Einsatz netzstabilisierender Reservekraftwerke bestimmt.

Systemstabilität im Blick

 „Da der Redispatch-Ermittlungs-Server das zentrale Instrument zur Sicherung der Netzstabilität ist, waren ein performantes Datenmanagement, ausgefeilte Algorithmen für die Berechnungen sowie eine hohe Robustheit im Betrieb essentielle Kriterien für die Auftragsvergabe“, so Daniel Fraß, Projektleiter der Tennet TSO, die den RES stellvertretend für die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber betreiben wird.

„Die Aufgabenstellung des Redispatch-Ermittlungs-Servers ist ein Leuchtturmprojekt der deutschen Übertragungsnetzbetreiber mit Signalkraft auf die europaweite Kooperation zur Sicherstellung der Systemstabilität“, so Christoph Speckamp, Bereichsleiter Energiewirtschaft bei Soptim gemeinsam mit Dr. Simon Krahl, Leiter Systemstudien bei der FGH.

RES und RAS

 Technisch besteht die Redispatch-Plattform aus dem RES und dem Redispatch-Abwicklungs-Server (RAS). Der RES wird für die Netzberechnung, -analyse und die Maßnahmendimensionierung eingesetzt.

Der RAS ist für die Aktivierung und Überwachung der Maßnahmen zuständig und kommuniziert hierzu mit allen involvierten Marktakteuren.

Auch nachfolgende Prozesse wie die Abrechnung sowie Transparenz- und Veröffentlichungspflichten werden vom RAS unterstützt, für dessen Umsetzung ebenfalls Soptim verantwortlich ist, wie es in der Mitteilung heißt.