Regionen werden aktiv

22 europäische Regionen haben die Regionenpartnerschaft HyRaMP gegründet. Ziel ist es unter anderem, die Interessen im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU zu gewährleisten.

08. September 2008

Die Partnerschaft der EU-Regionen ›HyRaMP‹ zu Wasserstoff und Brennstoffzellen wurde im April 2008 in Brüssel gegründet. Dr. Andreas Ziolek, Leiter des Kompetenz-Netzwerks Brennstoffzelle und Wasserstoff der EnergieAgentur.NRW, steht für die ersten sechs Monate dem achtköpfigen HyRaMP-Vorstand als Vorsitzender vor. Der Vertreter Hamburgs, Heinrich Klingenberg von der Hysolutions GmbH, ist ebenfalls in den Vorstand berufen worden und ist hier für das Thema der gemeinsamen Beschaffung von Brennstoffzellentechnik zuständig.

HyRaMP steht für ›European Regions and Municipalities Partnership on Hydrogen & Fuel Cells‹, also eine Partnerschaft der europäischen Regionen, die das Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen aktiv anpacken. Ziel ist zum einen die Koordinierung der Regionenaktivitäten, um die für die Erzielung der Marktreife der Technologie notwendigen Entwicklungen gemeinschaftlich mit einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis zu realisieren.

Zum anderen soll aber auch die Vertretung der Regionen-Interessen in der bevorstehenden Joint Technology Initiative (JTI) zu Wasserstoff und Brennstoffzellen gewährleistet werden.

Die JTI ist ein Public-Private-Partnership der Industrie und EU-Kommission mit einem integrierten Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration. In die Tat umgesetzt wird die JTI mit einer Finanzhilfe aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU in Höhe von 470 Mio. € bis zum Jahre 2013.

Budget für Aktivitäten auf 7,4 Milliarden Euro geschätzt

Von der Industrie sollen Mittel in mindestens gleicher Höhe bereitgestellt werden. Öffentliche Gelder von EU-Mitgliedsländern und den Regionen sollen zusätzlich dazu beitragen, die Fördermittel zu erhöhen. Dies ist zwingend notwendig, denn im übergeordneten, von europäischen Experten erarbeiteten Arbeitsplan wird das Budget für die insgesamt notwendigen Aktivitäten zur Entwicklung und Demonstration der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik auf 7,4 Mrd. € beziffert.

Im Mai 2008 haben das Europäische Parlament und der zuständige Europäische Ministerrat dem JTI-Konzept zugestimmt, sodass ein erster Aufruf zur Einreichung von Projekten für September 2008 erwartet wird. Die HyRaMP-Partnerschaft hat keine bindende Rechtsform und steht allen europäischen Regionen offen, die sich der Entwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik verpflichtet haben.

Aus Deutschland sind neben NRW die Bundesländer Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und die Region Oldenburg- Wilhelmshaven aus Niedersachsen dem Bündnis beigetreten.

Daneben sind vor allem Regionen aus Spanien und Italien stark in HyRaMP vertreten. Das Sekretariat wird für die ersten sechs Monate der Partnerschaft vom Europäischen Wasserstoff-Verband (European Hydrogen Association, EHA) mit Sitz in Brüssel wahrgenommen.

Mit der Gründung wurde der erste Schritt des Weges erfolgreich realisiert. Die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen sind die nächsten Schritte, die der HyRaMP-Vorstand zu meistern hat. Hierzu wurden bereits Gespräche mit den Gremien der JTI geführt. Dies sind die Vereinigung der Industrie und die der Wissenschaft sowie die zuständigen Direktorate der EU-Kommission. Dort wurden die Bedeutung der Regionen für die Umsetzung des ehrgeizigen Programms betont sowie konkrete Formen der Zusammenarbeit, speziell zur Einbindung in die JTI-Gremien, vereinbart.

Struktur von HyRaMP im Oktober zur Verabschiedung

Zudem sind bereits gemeinsame Sitzungen mit den relevanten Projekten auf EU-Ebene wie ›HyLights‹ und ›Roads2HyCom‹ durchgeführt worden, um Informationen, Daten und Strategien über die Regionen in die HyRaMP-Arbeit einfließen zu lassen. Die Vorbereitung der permanenten HyRaMP-Struktur rundet die derzeitigen Aktivitäten des Vorstands ab. Im Rahmen einer Generalversammlung im Oktober 2008 in Brüssel soll diese Struktur von den HyRaMP-Mitgliedern verabschiedet werden.

Das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW ist nicht nur auf europäischer Ebene vertreten. Weitere Gremientätigkeiten und Projekte laufen parallel. Rund 340 Mitgliedsunternehmen und -institute nutzen die zahlreichen Dienstleistungen des im Jahre 2000 gegründeten Netzwerks. Rund zwei Drittel der Mitglieder stammen aus dem Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen.

In NRW wurden bereits 81 Brennstoffzellenprojekte im Gesamtvolumen von etwa 130 Mio. € und einer Förderung in Höhe von 80 Mio. € bewilligt. Aktueller Schwerpunkt sind Aktivitäten rund um das ›Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie‹ (NIP) der Bundesregierung und um die aktuelle NRW-Klimaschutzstrategie, durch die Investitionen von mehr als 100 Mio. € für die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik initiiert werden sollen.

Einen wichtigen Meilenstein stellt diesbezüglich die Weltwasserstoffkonferenz (WHEC) 2010 in Essen dar. Diese Großveranstaltung soll dazu genutzt werden, die »Leistungsfähigkeit der nordrhein-westfälischen und deutschen Industrie und Wissenschaft im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik zu demonstrieren«, betonen die Beteiligten.

Erschienen in Ausgabe: 03/2008