Rückbau des Kernkraftwerks Stade

Areva NP erhält entsprechenden Auftrag

06. Juni 2007

Das Kerntechnikunternehmen Areva NP wird die Einbauten des Reaktordruckbehälters (RDB) in dem im Rückbau befindlichen Kernkraftwerk Stade zerlegen und für die spätere Endlagerung verpacken. Anfang des Jahres hat der Betreiber E.on Kernkraft GmbH einen entsprechenden Auftrag erteilt. Mit der Bearbeitung des Projekts wurde sofort begonnen, die Arbeiten vor Ort werden im März 2008 aufgenommen. Nach der Zerlegung von 85 t Material wird Areva NP die Einbauten für die spätere Endlagerung verpacken.

Areva NP hat sich, nach eigenen Angaben, gegen internationale Konkurrenz vor allem durch ihr innovatives Zerlegekonzept mit einer kurzen Vorbereitungs- und Ausführungszeit durchgesetzt. Durch die Erfahrung von Areva NP aus früheren Wartungsarbeiten zusammen mit der Optimierung von Abläufen und der Kombination aus Demontage und dem Zerschneiden von Bauteilen (z.B. Sägen und Wasserstrahlschneiden unter Wasser) könne die Anzahl der Endlagerbehälter deutlich verringert werden. Zudem soll der Einsatz spezieller, von Areva NP entwickelter Werkzeuge, die Durchführung der Arbeiten unter Wasser sowie die Detailplanung der Arbeitsabläufe zu einer Minimierung der Kollektivdosis führen.

Als erste kommerziell genutzte Druckwasserreaktor-Anlage dieser Größenordnung (672 MWe), die in Deutschland zurückgebaut wird, profitiert Stade von den umfassenden Erfahrungen von Areva NP und ihrem Know-how aus dem Würgassen-Rückbauprojekt.

Das Kernkraftwerk Stade ging 1972 in Betrieb und wurde im November 2003 vom Netz genommen. Es gehörte neben dem Druckwasserreaktor Obrigheim und dem Siedewasserreaktor Würgassen zu den ersten kommerziell genutzten Kernkraftwerken in Deutschland. Bis Ende 2015 soll der Rückbau abgeschlossen sein.