RWE-Aufsichtsrat stimmt Neuorganisation zu

Der Aufsichtsrat hat dem Vorschlag des Vorstands der RWE zugestimmt, die Management-Holding in eine operative Gesellschaft umzuwandeln und die deutschen RWE-Gesellschaften weitestgehend darin zu bündeln.

10. August 2015

Die massiven Veränderungen der letzten Jahre im Energiemarkt allgemein und in den Kernmärkten von RWE im Besonderen stellen RWE eigenen Angaben zufolge vor große Herausforderungen und erfordern hohe Anpassungsfähigkeit. Daher habe der Konzern bereits 2012 begonnen, die Steuerung von Geschäftsbereichen unabhängig von Legaleinheiten entlang der Wertschöpfungskette auszurichten. Eine Weiterentwicklung und Verschlankung dieses Steuerungsmodells wird durch die nun beschlossene Änderung der Managementstruktur sowie die Umwandlung der RWE von einer Management-Holding in eine operative Gesellschaft unterstützt. Konsequent wird die funktionale Steuerung künftig durch operative Vorstandsmitglieder (Chief Operating Officer) für konventionelle Erzeugung, Vertrieb, Netze und erneuerbare Energien im Führungsteam der RWE übernommen. Diese vier COOs im AG-Vorstand werden in Personalunion gleichzeitig die entsprechenden Geschäftsfelder leiten, die bereits heute existieren. Die heutige Position eines Geschäftsfeldübergreifenden COOs entfällt. Unter dem Strich stehen damit 8 bisherigen Topmanagement-Funktionen 7 zukünftige gegenüber – bei gleichzeitig größerer Nähe des Vorstands der RWE AG zum operativen Geschäft.

Zudem fallen die Vorstandsgremien und Geschäftsführungen der integrierten Gesellschaften weg – ohne dass zwangsläufig die Managementaufgabe entfällt. Über die konkrete Umsetzung werde in den kommenden Monaten entschieden. Die Änderungen werden bis zum 1. Januar 2017 umgesetzt. Die neue RWE zeichne sich insbesondere durch ihre Nähe zum Kunden und zum operativen Geschäft aus.

Peter Terium, CEO der RWE AG, erläutert: »Bereits im März haben wir angekündigt, die komplizierten Konzernstrukturen in Deutschland zu durchforsten und einen Plan für eine effizientere Aufstellung zu entwickeln. Für dieses Vorhaben hat uns der Aufsichtsrat heute in seiner außerordentlichen Sitzung grünes Licht gegeben.« Und er fügt hinzu: »Diese Veränderungen sind weitere Meilensteine auf dem Weg, RWE fit für die neue Energiewelt zu machen und eine RWE zu werden.«

Durch die Bündelung der RWE-Gesellschaften baut RWE Bürokratie ab, verschlankt Prozesse und stärkt die Zusammenarbeit. »Die neue RWE AG wird schneller und wendiger sein – so, wie die tiefgreifenden Veränderungen des Energiemarktes es verlangen. Was wir nun dringender denn je brauchen, ist ein starker operativer Kern des Konzerns«, erklärt Terium.

Die Verschlankung des Managements betrifft insbesondere Gremien von 100%-Beteiligungen von RWE in Deutschland: Dort fallen mit dem neuen Konzept sieben der bisher zehn Aufsichtsratsgremien weg – inklusive aller damit verbundenen Verwaltungsaufgaben und administrativen Vorbereitungs- und Entscheidungsprozessen.

Eine RWE zu sein, bedeute, durch Bündelungen die Zahl der Gesellschaften in Deutschland zu verringern. In der neuen RWE werde vor allem das Vertriebs- und Netzgeschäft mit seinen Mitarbeitern zusammengeführt, ebenso die Servicegesellschaften. Die Mitarbeiter der RWE Vertrieb AG und RWE Deutschland AG wechseln in die RWE AG. Die Westnetz GmbH bleibt eine eigenständige Gesellschaft, weil der Gesetzgeber die Entflechtung von Produktion, Vertrieb und Netzen vorschreibt (Unbundling). Gesellschaften wie die RWE Group Business Services GmbH, RWE IT GmbH und RWE Effizienz GmbH werden in die RWE AG integriert.