RWE zieht positive Zwischenbilanz bei Ampa City

180 Tage oder 4.300 Stunden - so lange steht der Essener Supraleiter nun unter Strom. RWE hat am 27. Oktober mit seinen Projektpartnern Nexans und dem Karlsruher Institut für Technologie eine positive Zwischenbilanz bei Ampa City gezogen. Das weltweit längste Supraleiterkabel habe die Erwartungen bei Weitem erfüllt.

27. Oktober 2014

Der Supraleiter transportiert fünfmal so viel Strom wie ein herkömmliches Kupferkabel und das nahezu verlustfrei, teilt RWE mit. Seit Inbetriebnahme am 30. April dieses Jahres hat RWE über das einen Kilometer lange Kabel rund 20 Mio. kWh geliefert, was dem Anschluss von etwa 10.000 Essener Haushalten entspricht. »Der Betrieb verläuft bisher reibungslos. Wir haben wertvolle technologische Erkenntnisse gesammelt, die uns dabei geholfen haben, das Gesamtsystem des Supraleiters weiter zu optimieren«, sagte Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand der RWE Deutschland. So nahmen die Projektpartner Änderungen in der Systemüberwachung vor, um den Supraleiter optimal in das Schutzsystem des Essener Stromnetzes einzubinden. Zudem passten sie den Kühlkreislauf des Kabels den speziellen Anforderungen von Ampa City an.

Durch die Eigenschaften des supraleitenden Materials, einer besonderen Keramik, und dessen Kühlung auf -200°C wird das Kabel zu einem idealen elektrischen Leiter. In Essen ersetzt das 10.000-Volt Supraleiterkabel eine herkömmliche 110.000-Volt-Leitung. Dadurch wird es möglich, die Zahl der Umspannanlagen zu reduzieren und an den Rand von Städten zu verschieben. Wertvolle Flächen in innerstädtischen Bereichen werden dadurch frei.

Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatten das Projekt Ampa City ermöglicht. So steuerte das BMWi 5,9 Mio. € zu den insgesamt 13,5 Mio. € Projektkosten bei. Nexans konstruierte neben dem Supraleiter auch einen supraleitenden Kurzschlussstrom-Begrenzer für den Testbetrieb. Das KIT hat den Feldversuch wissenschaftlich begleitet.