Schnelle Reaktion auf Lastwechsel

Dampf für neue Wellpappenfabrik wird in Eigenregie erzeugt

Die komplette Kesselanlage inklusive peripherer Komponenten bezog Wellpappenhersteller STI - Gustav Stabernack vom traditionsreichen Kesselbauer VKK Standardkessel Köthen. Ein Grund für die Wahl des Lieferanten waren über vierzig Jahre Erfahrung mit dessen Kesseln, die sich auch bei den branchentypischen Lastwechseln bewährten.

19. September 2003

Vor etwa sechs Jahren plante die STI - Gustav Stabernack GmbH eine neue Wellpappenfabrik in Alsfeld. Während dieser Phase wurde die Energieversorgung schon in die Planung einbezogen. Damals wurde auch über ein Betreibermodell für die Energielieferung nachgedacht, doch mit dem Beschluss in 2001, das Wellpappenwerk zu bauen, fiel die Entscheidung letztlich für eine eigene Dampfversorgung. So sollte sichergestellt werden, dass bei Störungen schnell und flexibel reagiert werden kann.

Von Beginn an arbeitete das Duisburger Projektteam der VKK Standardkessel Köthen GmbH an der Planung mit. Die Realisierung des Neubauvorhabens in Alsfeld setzte eine Zusammenarbeit der STI-Gruppe mit dem Kesselbauunternehmen fort, die schon 1959 mit der Lieferung eines Dampferzeugers begann.

Seit Inbetriebnahme des Werks Alsfeld im Dezember 2002 versorgt ein Standard-Condorkessel mit einer Dampfleistung von 8 t/h und 18 bar zulässigen Betriebsüberdruck bedarfsgerecht und zuverlässig die Wellpappenanlage und die Leimküche mit Dampf. Die in Lauterbach und Alsfeld eingesetzten Standard-Condorkessel sind Dreizug-Großwasserraumkessel, deren Bauart als Flammrohr-Rauchrohrkessel sich seit der Markteinführung vor über 50 Jahren bewährt hat. Die Kessel können für gasförmige, flüssige und feste Brennstoffe ausgerüstet werden. Durch ihre Konstruktion in Verbindung mit der speziellen Regelungstechnik sind diese Kessel besonders für den anspruchsvollen Einsatz geeignet. Daher eignen sie sich auch für starke Lastwechsel, wie sie in der Papierindustrie vorkommen.

Für die hohe Wirtschaftlichkeit der Alsfelder Kesselanlage sorgt die integrierte Wärmerückgewinnung. Ein so genannter Economiser nutzt die Abgaswärme am Kesselende, um das Speisewasser aufzuheizen, was Energie spart.

Für die Alsfelder Papierproduktion sollte die Kesselanlage in das Hochdruckkondensatsystem der Fabrik eingebunden werden. Dies realisierte VKK Standardkessel durch eine Schnittstelle in der Speisewasserleitung. In Verbindung mit einer Wasserstandsregelung wird dem Kessel vorrangig Hochdruckkondensat und ergänzend Speisewasser zugeführt. Im Vergleich zu einer direkten Einleitung des Hochdruckkondensates ergibt sich durch die gewählte Schnittstelle vor dem Economiser der Vorteil, dass dieser immer mit einem ausreichenden Wasserstrom versorgt wird und dadurch nicht im Vorverdampfungsbereich betrieben wird. Die Anlagenregelung ist zudem mit einer automatischen Kesselanfahrschaltung für Arbeitstage und Wochenenden ausgestattet.

Zum Lieferumfang von VKK Standardkessel gehörten neben dem Kesselsystem mit Gasfeuerung, Regel- und Sicherheitstechnik sowie Wärmerückgewinnung auch der Rohrleitungsbau im Kesselhaus, die komplette Rauchgasanlage mit Schornstein sowie die mechanische und elektrische Montage, die Inbetriebnahme und Schulung des Bedienpersonals.

Erschienen in Ausgabe: 09/2003