Schnelle Upstream-Erfolge

BESCHAFFUNG Mit den Aktivitäten in Norwegen nutzt Bayerngas neue Möglichkeiten. Im Juli beteiligte man sich bereits am dritten Erdgasfund.

08. August 2007

»Das Geschäftsjahr 2006 war für uns sehr zufriedenstellend«, sagte Bayerngas-Geschäftsführer Dr. Ulrich Mössner auf der Bilanzpressekonferenz. Die Tochtergesellschaft der Stadtwerke Augsburg, Ingolstadt, Landshut, München, Regensburg und Ulm/Neu-Ulm sowie der Tigas-Erdgas Tirol hat im Geschäftsjahr 2006 bei einem Absatz von 66,8 Mrd. kWh einen Umsatz von 1,9 Mrd. € und ein Ergebnis von 33,3 Mio. € nach Steuern erzielt.

Den Jahresüberschuss nutzt das Unternehmen vor allem dazu, höhere Rücklagen für Zukunftsinvestitionen zu bilden. Im Fokus stehen dabei die Upstream-Aktivitäten in Norwegen. »Ziel ist der Aufbau eines Portfolios von zunächst rund fünf Gasfeld-Beteiligungen, aus denen wir ein Volumen von rund 15 Prozent unseres Gasbedarfs generieren können«, erläutert der Bayerngas-Chef.

Das Norwegen-Engagement sei Teil einer langfristig angelegten Beschaffungsstrategie zu der neben Verträgen mit Produzenten und Importeuren auch neue Pipelineprojekte, LNG sowie Trading-Geschäfte gehörten.

Hintergrund sei, dass die Erdgas-Beschaffung generell deutlich komplexer werde, betont Dr. Mössner. Man durchlaufe derzeit einen »Paradigmenwechsel bei der Gasbeschaffung«. Mit der Einführung des Zweivertragsmodells und der Implementierung der virtuellen Handelspunkte werde »der Gasliefervertrag bisheriger Bauart der Vergangenheit angehören «, prognostiziert der Bayerngas- Chef. Commodity und gaswirtschaftliche Leistungen wie etwa Strukturierung, Flexibilitäten und die Übernahme von Risiken würden separat bepreist. Die professionelle Erdgas-Beschaffung der Zukunft nutze »alle Möglichkeiten zur Optimierung«.

Mit der Gründung der Bayerngas Norge im März 2006 habe man die Basis für eine »Erdgasbeschaffung über alle Wertschöpfungsstufen « geschaffen. Mittlerweile hat die Norwegen-Tochter Know-how in den Bereichen Geologie, Geophysik sowie Bohr- und Fördertechnik aufgebaut. Derzeit beschäftigt die skandinavische Tochter zwölf Mitarbeiter, Ende des Jahres sollen es 15 sein. Im Juni erreichte man mit der Präqualifizierung einen wichtigen Meilenstein, denn diese ist Voraussetzung für den Erwerb von Produktionslizenzen in Norwegen.

›Reife‹ Erdgasfelder im Fokus

Und hier sind die Bayern schon ordentlich vorangekommen. Im März verzeichnete man mit dem Anteilserwerb am Gasfund Sigrid (30 %) bereits den zweiten Upstream-Erfolg nach der 25-Prozent-Beteiligung am Gasfund Vega-South. Anfang Juli kam mit der Beteiligung am Fund Trym bereits die Nummer 3 dazu. Die Strategie von Bayerngas ist, sich verstärkt auf Felder zu konzentrieren, die nur wenige Jahre vor Produktionsbeginn stehen und in der Nähe von Verarbeitungskapazitäten liegen. (mn)

Erschienen in Ausgabe: 08/2007