Schneller reagieren

Spatial Resource Planing bei den Stadtwerken München

Energieversorger, deren Software raumbezogene Geschäftsprozesse optimal unterstützt, können schneller reagieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei Spatial Resource Planing, das sich auf die Kostensenkungspotenziale der technischen Bereiche konzentriert.

08. April 2001

Basierend auf den Ergebnissen des Projektes Spatial Resource Planing (SRP) führen die Stadtwerke München die erste SRP-Softwarelösung ein. Ziel des Projekts ist eine Stärkung der Wettbewerbsposition bei Energieversorgungsunternehmen zu erreichen, indem raumbezogene Geschäftsprozesse durch eine verbesserte Softwareunterstützung und Integration von IT-Systemen optimiert werden. Die entwickelte SRP-Lösung integriert die zum Einsatz kommende Software aus den Bereichen ERP, GIS, Prozesssteuerung sowie Office-Komponenten zur möglichst vollständigen Unterstützung eines Geschäftsprozesses.

Spatial Resource Planing konzentriert sich auf die Kostensenkungspotentiale der bisher vernachlässigten technischen Bereiche. Es basiert auf einer grundlegenden Analyse bestimmter Geschäftsprozesse, die als übertragbare Standardprozesse dokumentiert und damit für andere Energieversorger nutzbar werden. Nur aus dieser detaillierten Kenntnis der Aufgaben und Abläufe ergibt sich die Möglichkeit, auf Veränderungen des Marktes zukünftig schnell zu reagieren.

Spatial Resource Planing zielt auf die Entwicklung von Standardsoftware, die eine optimale Unterstützung raumbezogener Geschäftsprozesse gewährleistet. Dazu werden auf Basis der Prozessanalyse Anforderungen an Software definiert und neue Produkte entwickelt. Die beteiligten IT-Systeme werden integriert. Weiterer wirtschaftlicher Nutzen wird durch den Einsatz von Workflowmanagementsystemen realisiert.

Die erste produktive SRP-Standard-Lösung wurde von den Kooperationspartnern born & partner und MGIS, einer Consulting-Tochter der Stadtwerke München, sowie Smallworld entwickelt. Durch die integrierte Nutzung des Smallworld Design Managers, SAP/R3, Workflowmanagement, AVA und Office wird der Geschäftsprozess „Versorgungsnetze planen und bauen“ ganzheitlich unterstützt. Die wesentlichen Optimierungspotentiale werden durch zwei Ansätze ausgeschöpft:

Der Design Manager ist ein Softwaremodul, mit dem eine durchgängige Nutzung des GIS zur geographischen und technischen Planung erreicht wird. Neben der Verfügbarkeit spezieller Objektklassen und erweiterter Funktionalitäten werden die Daten für die nachfolgenden Arbeitsschritte prozessorientiert aufbereitet. Auf Grundlage der detaillierten Prozesskenntnis werden ausschließlich die für die Materialreservierung und Leistungsbeschreibung notwendigen Daten aus dem GIS für SAP/R3 und AVA zur Verfügung gestellt.

Dieser Aspekt, die Vermeidung von Medienbrüchen und Doppelarbeit, wird durch die Integration aller am Prozess beteiligter Software über ein Workflowmanagementsystem (WFMS) unterstützt. Der Anwender bekommt jeweils die für die Aufgaben notwendigen Daten über das WFMS zur Verfügung gestellt, das den Datenaustausch zwischen den Systemen regelt.

Zusätzlich zu den erwarteten qualitativen Vorteilen wurde durch Vereinfachung und Automatisierung ein Kostensenkungspotential von etwa 30 % der Planungskosten berechnet. Für die Stadtwerke München entspricht dies Einsparungen in Höhe von rund 3 Mio. DM pro Jahr, die zu 50 % mit den Bausteinen Design Manager und WFMS realisiert werden.

Dieser für den Prozess „Versorgungsnetze planen und bauen“ erfolgreiche Ansatz wird derzeit auf die Prozesse „Störungsabwicklung“ und „Instandhaltung“ übertragen. Das notwendige SAP/R3-Know-how wird durch das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers eingebracht. Auch mit diesem Projekt werden die Grundgedanken des Spatial Resource Planing zur Realisierung wesentlicher Kostensenkungspotentiale führen, indem statt teurer Eigenentwicklungen Standardprozesse und Standardsoftware eingesetzt werden

Erschienen in Ausgabe: 01/2000