Nach eigener Aussage hat PPC mehr als ein Jahr Erfahrung in Produktion, Lieferung und Inbetriebnahme von zertifizierten Smart-Meter-Gateways (SMGWs). Dies führt dazu, dass heute bereits mehrere Tausend PPC SMGWs in der Wirk-PKI betrieben werden, heißt es in einer Mitteilung.

Die Messstellenbetreiber bereiten sich systematisch auf die Markterklärung und den skalierenden Rollout in 2020 vor. Viele haben bereits Anfang 2019 mit dem Einbau intelligenter Messsysteme begonnen, haben notwendige Prozesse zusammen mit PPC etabliert und eingeschliffen sowie das Spektrum der WAN-Technologien im Wirkbetrieb getestet – Breitband-Powerline, LTE, CDMA450 sowie Ethernet zur Anbindung an bestehende Kabel- und Glasfasernetze.

Die Entwicklung geht weiter

Nach der ersten erfolgreichen BSI-Zertifizierung hat PPC sogleich die Weiterentwicklung der SMGW-Software begonnen. Vergleichbar ist dieser Prozess mit dem Smartphone: Hier kauft der Kunde zunächst ein Gerät, das nur mit Basis-Apps ausgestattet ist. Weitere Anwendungen lassen sich dann sukzessive über weitere Apps, also über zusätzliche Software, ergänzen.

Ähnlich ist das auch beim Smart-Meter-Gateway – mit den ersten zertifizierten Geräten stehen bereits Funktionen zur Verfügung, die über das BSI-Geräteprofil Basis hinausgehen. Diese SMGW-Hardware lässt sich dann über Software-Updates mit neuen Anwendungsfällen erweitern. Hauptbestandteil hierbei ist die Implementierung neuer Tarifanwendungsfälle (TAFs).

Die Basis-Apps TAF 1, 2, 6 und 7 deckten zunächst Szenarien vom Lastgang bis zum zeitvariablen Tarif ab. Mit dem Abschluss der ersten Rezertifizierung stellt PPC zusätzlich TAF 9, 10 und 14 bereit und bietet damit sogar mehr Features, als das erweiterte BSI-Geräteprofil Netz fordert. Die rezertifizierte Software kann vom Gateway-Administrator per Remote-Update direkt auf die bereits im Feld installierten Smart-Meter-Gateways aufgespielt werden.

Netzengpässe vermeiden

Welchen konkreten Nutzen bieten die neuen TAFs? Mit TAF 9 lässt sich die aktuelle Ist-Einspeisung von Erzeugungsanlagen in das Verteilnetz messen. TAF 10 übermittelt aktuelle Netzzustandsdaten, wie Phasenwinkel und Spannung. So behalten Netzbetreiber ihr Netz kontinuierlich im Blick und können kritische Zustände frühzeitig erkennen – und Netzengpässe vermeiden.

Damit bilden TAF 9 und 10 auch die Grundlage für das Konzept der bedingten/unbedingten Leistungsinanspruchnahme im Rahmen der Ausgestaltung des § 14a EnWG. Dies bietet Endverbrauchern interessante Möglichkeiten zur Reduzierung der Netzentgelte und Anreize für die Bereitstellung von Flexibilitäten.

Transparenz für den Letztverbraucher

Nicht nur die Netzbetreiber profitieren von den neuen Anwendungsfällen – auch für Endverbraucher wird das Smart-Meter-Gateway attraktiver. Mit dem neuen TAF 14 (hochfrequente Messwertbereitstellung) können Dienstleister und Messstellenbetreiber ihren Kunden die Visualisierung von hochaufgelösten Verbrauchsdaten und darauf aufbauenden Lösungen anbieten. Den täglichen Energieverbrauch auf dem Smartphone einsehen, und Stromfresser entlarven wird mit TAF 14 dann ganz einfach. ls

E-world Halle 3, Stand 132