Schwächung für das Verteilnetz

In einem offenen Brief haben der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und rund 500 Geschäftsführer und Vorstände aus 440 Verteilnetzunternehmen den Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zur Novelle der Anreizregulierung kritisiert.

21. Juni 2015

Sie appellieren endlich die auch im Koalitionsvertrag angekündigten investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen für den dringend notwendigen Aus- und Umbau der Verteilnetze zu schaffen.

Es bestehe ein breiter Konsens über den massiven Investitionsbedarf in den Verteilnetzen. Sie spielen für das Gelingen der Energiewende eine entscheidende Rolle, denn mehr als 90 % des Erneuerbare-Energien-Stroms werden in eben diese Netze eingespeist. In ihrem Koalitionsvertrag hatte die Bundesregierung deshalb das Ziel festgeschrieben, die Investitionsbedingungen auf dieser Netzstufe nachhaltig zu verbessern. Die vom BMWi vor Kurzem vorgelegten Eckpunkte zur Novelle der Anreizregulierungsverordnung würden jedoch genau dieses Ziel konterkarieren. Eine Novelle auf dieser Basis würde die Investitions- und Innovationskraft der Verteilnetzbetreiber schwächen - und damit auch die Basis für eine erfolgreiche Energiewende.

BDEW und VKU hätten in der Debatte um die Anpassung der Anreizregulierung tragfähige Vorschläge vorgelegt, die die Investitionsbedingungen im Verteilnetz nachhaltig verbessern. Dringend notwendig sei ein übergreifender Konsens zwischen Bund, Ländern und Branche, um die Verteilnetze als das das Rückgrat der Energiewende zu stärken.