Schwarze Zahlen früher als erwartet

Die GTU Geothermie Unterschleißheim schreibt früher als erwartet schwarze Zahlen. Diese sollten laut Finanzprognosen erst 2028 eintreten.

24. September 2015

»Die Stadt Unterschleißheim zeigt, dass auch der Erste, der eine neue Technologie einsetzt, mit vernünftigen wirtschaftlichen Ergebnissen rechnen kann«, so Dr. Erwin Knapek, Vorsitzender des Wirtschaftsforum Geothermie e.V. (WFG) und Präsident des Bundesverband Geothermie e.V. (BVG). Die Tiefengeothermie-Tochter der Stadt Unterschleißheim wies für das Geschäftsjahr 2014 erstmals einen fünfstelligen Gewinn aus. Die Pionier-Anlage war 2003 ans Netz gegangen.

Dem Gewinn von mehr als 73.000 € stehen die einstigen Finanzprognosen entgegen, die kurz nach dem Start der Förderung 2003 aufgestellt wurden. Demnach sollte die Anlage erst 2028 schwarze Zahlen schreiben.

Die Tiefengeothermie-Anlage in Unterschleißheim gewinnt die Wärmeenergie aus der fast 2.000 m tiefen Thermalquelle. Das Thermalwasser ist knapp 80 °C heiß. Das städtische Unternehmen betreibt mit der Wärmeenergie ein gut 17 km langes Fernwärmenetz. Daran sind inzwischen über ein Viertel aller Wohnhaushalte angeschlossen - 3.700 Wohneinheiten in 233 Gebäuden. Hinzu kommen 14 kommunale Objekte, zahlreiche Gewerbeimmobilien und öffentliche Einrichtungen wie Pfarrzentren und ein Sehbehinderten- und Blindenzentrum. Der Anschlusswert aller Wärmekunden liegt nun bei 33,5 MW.

Die Stadt Unterschleißheim war die Erste, die im Münchener Umland in eine Tiefengeothermie-Anlage zur Wärmeversorgung investiert hat. Inzwischen gibt es alleine in Bayern 20 Anlagen, die Wärme, Kälte oder Strom erzeugen, zum Teil auch parallel. Deutschlandweit sind inzwischen rund 30 Tiefengeothermie-Anlagen in Betrieb. Die meisten befinden sich in kommunaler Hand.