Seit 10 Jahren mit SAP IS-U up to date

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In diesem Jahr feiert die cormeta ag ihre 10-jährigen Aktivitäten mit SAP IS-U. Das Ettlinger IT-Systemhaus zählt damit zu den Pionieren in diesem Bereich. Darüber und über aktuelle Herausforderungen sprachen wir mit Klaus Nitschke.

18. November 2010

Bei Speziallösungen für den deutschen Versorger-Markt, die SAP als internationaler Softwarelieferant nicht anbietet, evaluieren wir genau, ob wir als deutscher IS-U-Spezialist ein Produkt dafür entwickeln werden«, sagt Klaus Nitschke, Bereichsleiter Versorgungswirtschaft bei der cormeta ag. Die Erfahrung des Ettlinger Unternehmens in der Versorgungswirtschaft geht zurück bis in das Jahr 1982. Damals firmierte dieser Bereich noch unter dem Namen der Muttergesellschaft command. Im Jahre 2005 wurde aus dem Geschäftsbereich SAP die cormeta ag als eigenständiges Tochterunternehmen gegründet.

Der SAP-Channel-Partner »der ersten Stunde« ist seit dem Start von SAP IS-U im Jahr 1999 in der Versorgungswirtschaft auf Basis der Software des Walldorfer IT-Konzerns tätig. Der Schwenk zu SAP lag einerseits in dem konsequenten Ausbau der Partnerschaft begründet – command/cormeta ist seit 1995 SAP-Systemhaus. Andererseits sorgten die damals bereits absehbaren komplexen Anforderungen an die Versorgungsindustrie im Zusammenhang mit der Liberalisierung für die Bindung. »Die Software der SAP gepaart mit unserer langjährigen Erfahrung, das war unsere Geschäftsidee«, erläutert Nitschke.

Die Anforderungen der Versorger und der Beratungshäuser haben sich seither von Grund auf verändert. Vor der Liberalisierung lag der Schwerpunkt noch in der Einführung einer Verbauchsabrechnung mit SAP IS-U inklusive der Integration unternehmensweiter Prozesse wie Finanzbuchhaltung oder Instandhaltung. Heute, vor dem Hintergrund der Regulierung und Verschärfung des Wettbewerbs, müssen sich Versorger »einer Vielzahl von neuen Anforderungen stellen«, weiß Nitschke.

Der 47-Jährige ist sich sicher, dass das Unternehmen gut am Markt positioniert ist: »Wir wollen Energieversorgern mit weniger als 200.000 bis 300.000 Verträgen helfen, ihre Software so effizient zu betreiben, dass sie wettbewerbsfähig bleiben.« Trotzdem beabsichtigt er auch neue Themenfelder zu besetzen. Welche das sein werden, bestimme der Markt beziehungsweise in den letzten Jahren immer mehr die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Der passionierte Segler sieht eine große Herausforderung für die Branche darin, informationstechnologisch immer up to date zu sein: »Bis vernünftige Schulungen zu einem Thema angeboten werden, ist es schon wieder veraltet. Wir müssen es schon lange umgesetzt haben.« Einerseits seien die Keyplayer des Unternehmens auf der Homepage der BNetzA zu Hause. Andererseits werden Themen auch im Netzwerk, bestehend aus Kunden, befreundeten Beratern und den Kollegen, aufgearbeitet. »Wir sind schon ein wenig stolz auf die Kompetenz unserer Berater«, berichtet Nitschke, der bereits seit 1990 im Unternehmen tätig ist.

Ob sich das 2-Mandanten- oder 2-Systemmodell durchsetzen wird, ist für ihn keine Frage mehr, sondern eine Tatsache. »Zum Jahreswechsel 2010 auf 2011 findet unsere letzte Produktivsetzung des 2-Mandanten-Modells statt. Auch die Rechenzentren, mit denen wir eng zusammenarbeiten, verfolgen selbst für die kleinsten Kunden das 2-Mandanten-Modell.«

Dass hier kleine Stadtwerke ins Schlingern kommen werden, glaubt der erfahrene IT-Experte nicht: »Ein wichtiger Punkt ist die Prozessgestaltung und der optimale Grad der Prozessautomatisierung. Bei den großen EVU ist klar, dass die Prozessdefinition sehr aufwendig und teuer ist. Ein kleineres Stadtwerk hat schlankere Prozesse.« Wer nun aber glaube, solche Prozesse »einfach mal so«, ohne die notwendige Sorgfalt, definieren zu können, werde jedoch »im produktiven Betrieb eine Bauchlandung erleben«.

Der Bereichsleiter ist sich sicher, dass die Marktkommunikation die Branche noch die nächsten Jahre intensiv beschäftigen wird. Leider lasse sich aber mit einer funktionierenden Kommunikation kein Geld verdienen, bestenfalls lassen sich Zwangsgelder vermeiden, beklagt er. »Heute sind die EVU in die Rolle des Realisierers von gesetzlichen Anforderungen gedrängt. Um im Markt zu bestehen, müssen aber schon bald kreative Ideen entstehen, um sich im neuen Energieversorger-Umfeld zu behaupten.« Nitschke empfiehlt daher, schon heute die Grundlagen zu schaffen, um Ideen von morgen umsetzen zu können. »Im IT-Umfeld zählen für mich CRM und ein belastbares Berichtswesen zu diesen Voraussetzungen.« (mn)

Vita

Klaus Nitschke

-ist Bereichsleiter und Prokurist für den Geschäftsbereich Versorgungswirtschaft bei der cormeta ag, Ettlingen.

-Der Dipl.-Wirtschaftsingenieur ist seit 1990 bei der cormeta ag (vormals command ag) und verantwortlich für die Betreuung der SAP-Installationen in der Versorgungswirtschaft.

Erschienen in Ausgabe: 9-10/2010