WINDENERGIE

Senvion meldet Insolvenz an

Bei dem Hamburger Windanlagenhersteller lief es schon länger nicht mehr rund. Diverse Verantwortliche gingen oder wurden gegangen. Jetzt will sich das Unternehmen aus eigener Kraft sanieren.

10. April 2019
Senvion meldet Insolvenz an
(Bild: Berlinpictures – Fotolia.de)

Am 9. April gab Senvion bekannt, einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt zu haben. Diskussionen mit den Kreditgebern des Unternehmens seien bislang erfolglos geblieben, hieß es. Parallel dazu gingen die Diskussionen mit Anleihegläubigern und Kreditgebern weiter, um die Unterstützung des laufenden Geschäfts sicherzustellen, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Medienberichten zufolge braucht Senvion SA nach Verzögerungen in großen Projekten kurzfristig rund 100 Mio. Euro, um die Geschäfte weiterzuführen.

Kapitalbedarf

CEO Yves Rannou: »Auf Basis der Stärken unserer Kernaktivitäten wollen wir die Eigenverwaltung einsetzen, um schneller zu einem profitablen und nachhaltigen Geschäft zurückzukehren. Wir diskutieren aktuell Finanzierungsoptionen, falls erfolgreich könnten wir den eingeleiteten Prozess abbrechen. Dabei bauen wir auf unsere Mitarbeiter, unsere Kunden, und unsere Zulieferer.«

Tagesgeschäft wird fortgesetzt

Der Prozess einer vorläufigen Eigenverwaltung sieht vor, dass die Geschäftsleitung weiter im Amt bleibt, unverändert seine Rechte und Pflichten ausübt, und die Geschäfte weiterführt. Das Tagesgeschäft und das Servicegeschäft sollen während des beantragten Verfahrens weitergeführt werden.

„Der Aufsichtsrat und Senvions Hauptaktionär Centerbridge, der dem Unternehmen in den vergangenen neun Monaten umfangreiche neue Mitteln in Höhe von rund EUR 82 Mio. zur Verfügung gestellt hat und außerdem angeboten hat, sich an einer außergerichtlichen Sanierungsvereinbarung zu beteiligen, sowie wesentliche Finanzierungspartner unterstützen die Entscheidung der Geschäftsleitung“, so das Unternehmen.

Kreditgeber und wesentliche Anleihegläubiger leiten bereits Maßnahmen zur Unterstützung des laufenden Geschäfts ein, heißt es. Weiterhin wird sich das Unternehmen im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung um weitere Finanzierungsmöglichkeiten bemühen. „Es haben bereits einige potentielle Investoren ihr Interesse angemeldet“, so Senvion.

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