Sicher verbunden

Funknetz

Kommunikation - Ein Kommunalversorger beliefert ein neues Wohnquartier in Bergisch-Gladbach mit Wärme aus einem BHKW. Als Dienstleister steuert Rheinenergie die Anlage aus der Ferne obwohl es vor Ort keinen DSL-Anschluss gibt.

02. August 2016

Das Steuern und Überwachen aus der Ferne ist für unsere Arbeit inzwischen das A und O«, sagt Udo Hamacher, Servicetechniker bei Rheinenergie. Darauf verzichtet das Unternehmen bei keinem seiner Kraftwerke. Denn so haben Hamacher und seine Kollegen alle Anlagen im Blick, die über das gesamte Versorgungsgebiet verteilt sind.

Das spart Zeit und sorgt für geringere Ausfallzeiten. Die meisten Daten der angebundenen Kraftwerke kommen über DSL-Leitungen in die Leitwarte.

Controller und Modem

Denn üblicherweise koppelt der Energiedienstleister und -versorger seine Anlagen per DSL. An dem neuen Wohnquartier ›Bensberger Freiheit‹ in Bergisch-Gladbach aber stieß dieses Vorhaben auf Schwierigkeiten. Weil das Gelände lange Jahre eine Brache war, gab es keine DSL-Leitung. In solchen Fällen behalf sich Rheinenergie bisher mit einem zusätzlichen externen Modem. In Bergisch-Gladbach erfolgt der Datenaustausch nun über den neuen USM-Controller PFC 200 von Wago mit integriertem Modem.

UMTS-Standleitung

»Der Controller vereint Steuerung und Modem in einem Gerät«, sagt Martin Weißmüller, Systemberater Industrieautomation bei Wago. Nach seinen Worten lassen sich Standorte ohne DSL-Verbindung über 3G-Funkstandards wie UMTS, Edge oder HSPA+ anbinden, ohne ein zusätzliches externes Modem oder einen Router installieren zu müssen.

Rheinenergie hat für die sichere Übertragung der Daten des BHKW zur Leitzentrale eine UMTS-Standleitung mit fester IP-Adresse eingerichtet. Die Verbindung zwischen einer Steuerung und einem externen Modem ist seit jeher ein neuralgischer Punkt.

Verschlüsselt

Cyberangreifer haben leichtes Spiel. Dieser Angriffspunkt fällt laut Wago weg, denn im neuen Controller lassen sich die Daten vor der Übertragung über das integrierte Modem mit gängigen Verfahren verschlüsseln.

Konfiguriert wird der Controller mit Codesys. Er ist zudem mit einem Wärmemengenzähler verbunden und ermittelt auch den Gasverbrauch im Wohnquartier.

Über die UMTS-Verbindung erreichen die Daten die Zentrale von Rheinenergie; mit einem Touchscreen werden zukünftig die Servicetechniker die Funktionen direkt vor Ort bedienen können. Rheinenergie wird das Kraftwerk so justieren, dass es Strom und Wärme möglichst genau nach Bedarf produziert, sagt Udo Hamacher.

Erschienen in Ausgabe: 06/2016