Sicherheit hat oberste Priorität

Technik

Erdgas - Die Betriebssicherheitsverordnungdes DVGW gilt auch in Industriebetrieben und Kommunen. Für die Sicherheit der gastechnischen Anlagen und Betriebsmedien müssen Betreiber deutlich mehr tun als früher.

04. Juni 2016

Das gilt nicht nur für die Aggregate selbst.Betroffen sind ebenfalls Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen, die den sicheren Betrieb der Anlage gewährleisten. Hintergrund der Norm: Eine deutliche Verbesserung des Arbeitsschutzes bei der Verwendung von Arbeitsmitteln sowie der Schutz Dritter beim Betrieb von überwachungsbedürftigen Anlagen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Gesetzgeber zwar Übergangszeiten einräumt. Die gelten allerdings lediglich für Aufzugsanlagen und für bereits erteilte Genehmigungen bis zur nächsten Prüfung. Darauf weist die Firma CeH4 aus Celle hin, die auf gastechnischen Anlagenbau spezialisiert ist. Je nach Größenordnung des Verstoßes werden die Betreiber wegen Ordnungswidrigkeiten oder bezüglich Straftatbeständen belangt, so CeH4.

Es droht eine Anzeige

Letzteres ist der Fall, wenn sie Leib und Leben Dritter gefährdet haben. Für die regelmäßigen Prüfungen ist der Betreiber selbst verantwortlich. Spätestens bei einem Störfall muss er belegen, sämtliche Anforderungen der Verordnung erfüllt zu haben. Ist er dazu nicht in der Lage, oder eine benannte Stelle, wie etwa TÜV Nord, erfährt, dass Prüfungen nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden, kann diese Institution Anzeige erstatten.

Das war laut CeH4 auch vor der Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung nicht anders, wurde aber nicht so konsequent verfolgt. Dabei ist vielen Betreibern gar nicht bewusst, dass nicht Firmen, sondern die verantwortlichen Personen in Deutschland haftbar sind, so das Celler Unternehmen.

Sind die Unterlagen vollständig?

»Neben der Überprüfung und Wartung der Gas-Druckregel- und Messanlage gibt es eine Reihe weiterer Aspekte, die die Unternehmen auf jeden Fall beachten sollten«, so Florian Hupka von CeH4, dessen Team in puncto Arbeitssicherheit für mehr als 200 Stadtwerke und Industrieunternehmen aktiv ist.

Ein besonderes Augenmerk sei neben der Dokumentation auf eine gründliche Bestandsaufnahme, den Explosionsschutz, die Sachkunde und die Organisation zu legen. Hinsichtlich letzterer gilt es, unter anderem die Verantwortlichen zu bestimmen und zu eruieren, ob diese über die notwendigen Qualifikationen verfügen. Sämtliche Fakten sind sauber zu hinterlegen. Zu einer professionellen Dokumentation gehört ebenfalls die Listung sämtlicher Komponenten der Gasanlage. Zu erfassen sind darüber hinaus auch Prüfbescheinigungen und Wartungsberichte sowie deren Überprüfung auf Aktualität und Vollständigkeit.

Es folgt der Abgleich mit den Anforderungen des Regelwerks. Sollten die Verantwortlichen Abweichungen registrieren, haben sie umgehend zu reagieren, so CeH4.

Neue Jahresfristen

Neben den neu definierten 3/6-Jahresfristen für die periodischen Überprüfungen der Anlagen ist es beispielsweise erforderlich, sogenannte explosionsgefährdete Zonen zu definieren und auszuschildern.

Auch eine Gefährdungsbeurteilung der Tätigkeiten im Rahmen von Wartungsarbeiten ist erforderlich. Nur zertifizierte Unternehmen dürfen die Bescheinigungen über den ordnungsgemäßen Zustand der Anlagen ausstellen. 

Erschienen in Ausgabe: 05/2016