Siemens errichtet solarthermische Testanlage in Portugal

Im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Forschungsprojekts ›High Performance Solarthermie‹ wird Siemens zusammen mit Projektpartnern aus der deutschen Industrie eine Kraftwerks-Testanlage für den Betrieb von Receivern mit geschmolzenem Salz (Molten Salt) als Wärmeträgermedium in Portugal errichten.

02. Februar 2011

Über einen Zeitraum von drei Jahren soll die Technologie nach eigenen Angaben auf dem Gelände der Universität Evora rund 130 km südöstlich von Lissabon getestet und optimiert werden. Gelände und Infrastruktur für die Anlage werden vom portugiesischen Energieversorger Energias de Portugal (EdP) zur Verfügung gestellt. Ziel des Forschungsvorhabens sei es, die Wirtschaftlichkeit und die Betriebssicherheit von Parabolrinnenkraftwerken weiter zu verbessern.

Diese Art solarthermischer Kraftwerke konzentriert das Sonnenlicht mit Parabolspiegeln auf ein Receiverrohr, in dem sich ein Wärmeträgermedium befindet. In heutigen kommerziellen Parabolrinnenkraftwerken kommen in der Regel Thermoöle als Wärmeträgermedium zum Einsatz, die einen Dauereinsatz von bis zu 400°C erlauben. In der 300 m langen Testanlage sollen Receiver mit geschmolzenem Salz bei Temperaturen oberhalb von 500°C betrieben werden. Der dadurch entstehende heißere Dampf ermöglicht nach eigenen Angaben einen effizienteren Betrieb der Dampfturbine zur Stromerzeugung und erhöht somit den Wirkungsgrad sowie die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage.

In der mit Receiverrohren ausgestatteten Testanlage sollen unterschiedliche Salze auf ihr Potenzial hin untersucht werden. Dazu zählen etwa eine weiterentwickelte Form des bisher üblichen ›Solar Salts‹, aber auch Salze auf Basis anderer Bestandteile. Die Herausforderung für die Entwicklung neuer Salze bestehe unter anderem darin, Medien mit niedrigem Schmelzpunkt zu finden, um das potenzielle Risiko von Einfrierungen in den salzführenden Systemen zu verringern. Gleichzeitig können die thermischen Verluste dadurch signifikant reduziert werden. In der Anlage sollen daher verbesserte Salzschmelzen, ein angepasstes Anlagen-Design und geeignete Betriebskonzepte getestet werden.