Siemens im Einsatz für die Regelenergie

Das Siemens-Werk in Mülheim hat ein BHKW in Betrieb genommen, dass nicht nur für die werkseigene Versorgung mit Strom und Wärme eingesetzt wird, sondern auch Regelleistung an den regionalen Energieversorger liefern kann.

02. August 2016

Das Contracting-Projekt in Mülheim wurde in der Planungsphase von der Energieagentur.NRW beratend begleitet, die es als Projekt des Monats August 2016 ausgezeichnet hat.

Grundlast gedeckt

Das neue Blockheizkraftwerk im Werk an der Rheinstraße hat eine Leistung von 1.220 kWth und 1.189 kWel, teilt die Energieagentur weiter mit. Es deckt rund 44 % des Gesamtstromverbrauchs des  Werks. „Was der aktuellen Grundlast entspricht“, erläutert Thomas Fath von der Siemens-Standortleitung.

Siemens baut in Mülheim Dampfturbinen und Generatoren für Kraftwerke in aller Welt. Mit rund 5.000 Mitarbeitern ist der Standort der größte von Siemens in Nordrhein-Westfalen.

Die Produktion ist  energieintensiv. Mit dem Anfang 2016 in Betrieb gegangenen erdgasgefeuerten BHKW wird diese Energie nunmehr nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) deutlich effizienter bereitgestellt, so die Energieagentur.

BHKW-Abwärme mitgenutzt

Das BHKW bringt es auf einen Wirkungsgrad von rund 87,8 %. Die entstehende Abwärme wird aus dem Kühlwasser-, Schmieröl- und Abgaskreislauf direkt vor Ort zurückgewonnen und zur Erzeugung von Heizwärme genutzt.

Hochgefahren in fünf Minuten

Aufgrund der kurzen Reaktionszeit – das BHKW lässt sich innerhalb von fünf Minuten hochfahren – kann die neue Anlage im Siemens-Werk auch vom regionalen Energieversorger genutzt werden, um kurzfristige Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

Finanzierung über Energiespar-Contracting

Finanziert wurde das Projekt über ein Energiespar-Contracting mit der Konzern-eigenen Tochter Siemens Building Technologies (BT) als Partner.

„Ein Vorteil dieser Partnerschaft ist neben der Entlastung der Umwelt die hohe, vertraglich garantierte Energieeinsparung. Beim Mülheimer Blockheizkraftwerk wird sich die Investitionssumme von ca. 2,3 Millionen Euro in knapp vier Jahren amortisiert haben“, rechnet Udo Bremer, Leiter BT Region West, vor. Die Investition werde in diesem Zeitraum nur über die Energiekosteneinsparungen finanziert und getilgt.